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Ärztemonitor 2018 – Ärzte und Psychotherapeuten sind echte "Kümmerer"

18.10.2018 Pressemitteilungen

Bereits zum vierten Mal hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zusammen mit dem NAV-Virchow-Bund rund 11.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten im Bund zu ihrem Beruf befragt. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung wurden heute (18.10.) in Berlin veröffentlicht und zeigen: Die Niedergelassenen sind echte "Kümmerer" und engagieren sich gerne für ihre Patienten. "Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen engagieren sich enorm für ihre Patienten. Die Berufszufriedenheit ist hoch, der tägliche Einsatz groß. Immer noch arbeiten die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen über 51 Wochenstunden. Diese hohe Zahl machen die in eigener Praxis selbstständigen Mediziner möglich", sagte Dr. med. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. 90 Prozent der befragten Ärzte und 97 Prozent der befragten Psychotherapeuten gaben an, mit ihrem Beruf als solchem zufrieden zu sein, 99 Prozent der Befragten beider Gruppen finden zudem ihre Arbeit nützlich und sinnvoll.

Die diesjährige Befragung zeigt zudem einen deutlichen Trend zu ärztlichen Angestelltenverhältnissen. "Immer mehr Ärzte starten als Angestellte in den Beruf – mit großem Engagement, doch logischerweise mit arbeitsvertraglich definiert weniger Arbeitszeit. Gleichzeitig spielen gesellschaftliche Entwicklungen wie eine vernünftige Balance von Familie und Beruf eine immer wichtigere Rolle. Kurzum: Jeder, der die Ärzte zu immer noch mehr Arbeit zwingen will, muss wissen, die Ressourcen sind begrenzt! Politischer Zwang und Eingriffe in Praxisabläufe verbessern die Versorgung nicht, sondern schrecken den medizinischen Nachwuchs ab", so Gassen weiter.

"Die ärztliche Freiberuflichkeit und Selbständigkeit sind das zentrale Element der Leistungsfähigkeit des ambulanten Bereiches. Dass der Arzt nur dem Patienten verpflichtet und nicht von Weisungen Dritter abhängig ist, ist eine der Säulen unseres Gesundheitssystems. Hieraus erklären sich die hohen Zufriedenheitswerte", erklärte Dr. Dirk Heinrich für den NAV-Virchow-Bund.

Die Meinungsforscher fragten die Ärzte und Psychotherapeuten in diesem Jahr auch nach ihren persönlichen Erfahrungen mit körperlicher oder verbaler Gewalt im Praxisalltag. Jeder vierte Arzt gab dabei an, schon einmal körperlich angegriffen oder physisch bedroht worden zu sein. Fast 40 Prozent der Ärzte berichten zudem über verbale Gewalt in den letzten zwölf Monaten.

Der Ärztemonitor ist die größte Erhebung unter niedergelassenen und angestellten ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland.