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Onkologie-Vereinbarung: Änderungen zum 1. Januar 2019

19.12.2018 Honorar, KVNO aktuell, Praxisinfos

Die qualifizierte ambulante Versorgung onkologischer Patienten soll weiter verbessert werden. Deshalb wurde die Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 des Bundesmantelvertrages) zum 1. Januar 2019 angepasst. Zum Leistungsspektrum gehören nun auch orale Chemotherapien. Auf diese Änderungen haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband verständigt.

Ärzte, die an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmen, rechnen die orale zytostatische Tumortherapie jetzt mit der neuen Kostenpauschale 86520 ab. Einen neuen Antrag brauchen sie nicht zu stellen. Die Bewertung beträgt 50 Prozent der Kostenpauschale 86516 für die intravenöse Gabe der Chemotherapie und wird KV-spezifisch festgelegt. Auf die Höhe der neuen Kostenpauschale 86520 konnten sich die Krankenkassen und die KV Nordrhein mittlerweile verständigen. Die Vergütung beträgt 127, 83 Euro.

Zur Abrechnung der neuen Kostenpauschale müssen Ärzte die verwendeten Medikamente angeben. Rein hormonell beziehungsweise rein antihormonell wirkende Substanzen (ATC-Klasse L02 Endokrine Therapie) fallen nicht unter die neue Regelung. In diesen Fällen ist die Kostenpauschale 86520 nicht berechnungsfähig.

Darüber hinaus haben die Vertragspartner festgelegt, dass ab 1. Januar 2019 ein Arzt mit Zusatzweiterbildung Palliativmedizin in onkologischen Kooperationsgemeinschaften vertreten sein muss. Ärzte, die bereits vor dem 31. Dezember 2018 eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung erhalten haben, müssen den kooperierenden palliativmedizinischen Arzt bis spätestens 28. Februar 2019 an ihre Kassenärztliche Vereinigung melden. Außerdem verständigten sich die Vertragspartner darauf, dass die Kostenpauschale 86518 für die Palliativversorgung auch nach erfolgter Operation ab Januar weiterhin berechnungsfähig ist. Die zum Jahresende auslaufende Befristung wurde aufgehoben.

Die Änderungen betreffen jedoch nicht die regionale Onkologie-Vereinbarung. Hier ist zunächst eine Anpassung der Vereinbarung erforderlich, über die sich die Vertragspartner noch verständigen müssen.