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Laborreform gestartet: Anstieg vorerst gestoppt

05.12.2018 KVNO aktuell

Am 1. April 2018 ist die Laborreform gestartet. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor – und zeigen einige positive Aspekte.

Auf den ersten Blick stellt sich das Ergebnis als sehr passabel dar: Die abgerechnete Leistungsmenge im gesamten Laborbereich stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal lediglich um 1,2 Prozent. Gleichzeitig stieg das Vergütungsvolumen um 2,25 Prozent. Um von einer Trendwende zu sprechen, ist es aber noch zu früh.

Positiv herausstellen lässt sich, dass es lediglich im Speziallabor zu einem moderaten Anstieg von 2,20 Prozent gekommen ist. In den vorherigen Quartalen waren hier auch Steigerungsraten von bis zu 5 Prozent zu verzeichnen. Die erzielten Quoten liegen alle über der Mindestquote von 89 Prozent.

Das Bild zeigt einen Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchunge auf dem eine Spritze un drei Reagenzgläser mit Blut liegen.

640.000 Euro eingespart

Mit der Reform wurden Einsparungen von 640.000 Euro erzielt, die bereits quartalskonform an die Ärzte ausgeschüttet wurden. Die größten Einsparungen werden dabei durch die Reform des Laborwirtschaftlichkeitsbonus sowie bei den Laborgrundpauschalen erzielt. Auch die Entwicklung bei den Fachärzten mit einem Eigenlabor in ihrer Praxis entspricht den Prognosen. Bei diesen Gruppen war eine entsprechende Mengenzunahme zu erwarten, die jedoch auf eine geringere Beauftragung der Laborärzte zurückzuführen ist. Eine Steigerung zulasten der Fachärzte ist (noch) nicht zu erkennen.

Trotz aller kritischen Äußerungen zur Reform des Laborwirtschaftlichkeitsbonus sind grundlegende Ziele im ersten Quartal erreicht worden: So unterliegen mehr Praxen der Steuerung: insgesamt knapp die Hälfte der Praxen im Steuerungsbereich. Die andere Hälfte erhält entweder den Wirtschaftlichkeitsbonus ohne Kürzung oder gar keinen. Lediglich der Rückgang des Leistungsbedarfs um 11 Prozent ist zu hoch ausgefallen. Bei den vorherigen Simulationen der Bundesebene ist von einer punktsummenneutralen Umsetzung ausgegangen worden. Ein Quartal lässt noch keine Aussage über den längerfristigen Erfolg der Laborreform zu. Es scheint aber ein erster Schritt gemacht worden zu sein, um den hohen Anstieg der Laborkosten zu dämpfen.

Dirk Schultejans

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