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Formularversand: Die KVNO unterstützt die Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen

05.12.2018 KVNO aktuell

Seit dem 1. Oktober 2017 hat die GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn GmbH den Formularversand für die Mitglieder der KV Nordrhein übernommen. Auf Bestellung versendet die GVP Kassen- und KV-Vordrucke an Praxen in Nordrhein.

Die GVP hilft psychisch erkrankten Menschen, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen. Die GVP gibt den Beschäftigten die Möglichkeiten, sich zu erproben, zu qualifizieren und in den eigenen Betriebsstätten oder in anderen Firmen berufliche Teilhabe zu erfahren. Bei der GVP selbst gibt es verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. Eine davon ist das Verpacken und Versenden von Druckerzeugnissen wie Flyer und Broschüren für verschiedene Kunden. Seit Oktober 2017 gehören dazu auch die Formular-Bestellungen der KV-Mitglieder. In den 14 Abteilungen der GVP, in denen Versandtätigkeiten angeboten werden, arbeiten rund 200 Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

Jeder davon durchläuft bei der GVP zunächst ein dreimonatiges Eingliederungsverfahren. Dabei wird eine Kompetenzanalyse durchgeführt und eine individuelle Zielvereinbarung erstellt. Im Anschluss daran erfolgt eine zweijährige Berufsbildungsmaßnahme. Bei der GVP kann diese in den drei Qualifizierungsbereichen „Büro und Logistik“, „Montage und Verpackung“ sowie „Gastronomie und Service“ durchgeführt werden. Die Maßnahme können die Mitarbeiter nicht nur in den Bereichen der GVP machen, sondern auch in anderen Betrieben. Aktuell nehmen diese Möglichkeit über zehn Prozent der GVP-Klienten wahr.

Das Bild zeigt Mitarbeiter des Formularversands in Bonn.

Die Beschäftigten der GVP suchen die Formulare, die die KVNO-Mitglieder über den Formularversand bestellen, zusammen und verpacken sie.

„Die Menschen, die bei uns tätig sind, haben chronifizierte Krankheiten wie Psychosen oder Depressionen und häufig lange Klinikaufenthalte und Zeiten beruflicher Rückschläge hinter sich. Orientiert an den Bedürfnissen und Ressourcen der psychisch erkrankten Menschen schaffen wir berufliche Einbindungen und Chancen für die weitere berufliche Entwicklung der Klienten“, erzählt Jan-Philipp Buchheister, von der Geschäftsleitung Arbeit bei der GVP. Die insgesamt rund 500 Klienten werden bei der GVP durch Fachkräfte für Arbeitsförderung, Ergotherapeuten und Sozialarbeiter in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt.

Da der Bedarf an Plätzen zur beruflichen Rehabilitation kontinuierlich steigt, wächst auch die GVP seit vielen Jahren. Mittlerweile sitzt sie mit verschiedenen Arbeitsbereichen an drei Standorten in Bonn. Dort gibt es große Lagerhallen und darüberliegende Räume für den Versand von Flyern, Vordrucken, Broschüren, Werbematerialien und Formularen. Kunden sind neben der KV Nordrhein auch Haribo, das Bundespresseamt, die Aktion Mensch und die Deutsche Krebshilfe.

Das Foto zeigt ein Paket mit Formularen für die KVNO.

Auf jedem Paket gibt es einen orangefarbenen Aufkleber. Dieser kennzeichnet das Paket als "fair"sendet - eine Kennzeichnung des Bonner Vereins.

„Der Versand ist ein stetig wachsender Bereich. Doch wir bieten den Klienten nicht nur die Chance, sich im Versand zu erproben und zu qualifizieren. Besonders die große Bandbreite an Möglichkeiten, von einfacheren und wiederkehrenden Aufgaben bis hin zu komplexen Tätigkeiten bietet den Menschen mit Behinderung passgenau zu ihren Fähigkeiten eine Einbindung ohne zu unter- oder überfordern,“ erklärt Helmut Krautscheid, Bereichsleiter Gewerbliche Dienstleistung, unter anderem zuständig für den Versand in der GVP.

Die Kontrollen erfolgen nach dem 4- oder sogar 6-Augen-Prinzip. „Um am Markt zu bestehen, müssen wir zu 100 Prozent professionelle Dienstleistungen anbieten. Durch unsere Kontrollen haben wir eine geringe Rücklaufquote, die sich im Promillebereich bewegt. Und das bei einem Versandvolumen von 350.000 Paketen und Päckchen sowie rund zwei Millionen Briefen und Buchsendungen“, erklärt Krautscheid.

Die Bestellungen für die KV-Formulare gehen per E-Mail, Brief, Fax oder Telefon bei der GVP ein. Nach der Aufnahme der Bestellung werden sogenannte Pick-Zettel ausgedruckt, an Hand derer die Mitarbeiter aus den entsprechenden Fächern die gewünschten Formulare heraussuchen. Die Kontrolle erfolgt neben dem Mehr-Augen-Prinzip auch über eine Kontrollwaage. Alle Formulare wurden dazu zuvor abgemessen und verwogen. Anschließend werden dann die Briefe oder Pakete gepackt und entsprechend versendet. „Unsere Klienten sehen jeden Tag, was sie geleistet haben. Sie arbeiten für bekannte Kunden und berichten auch ihren Familien und Freunden stolz, wer dazugehört. Und genau dieser Stolz auf die eigene Leistung ist ein wesentlicher Bestandteil von gelebter beruflicher Teilhabe“, berichtet Buchheister.

Marscha Edmonds

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