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Telematik-Infrastruktur wächst langsam: Bestellfrist soll bald enden

14.11.2018 KVNO aktuell

Noch ist die Zahl der Praxen relativ klein, die bereits Versichertendaten online abgleichen. Gerade einmal 15 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten in Nordrhein waren bis Anfang November in die Telematik-Infrastruktur (TI) eingestiegen. Der Gesetzgeber will nun nochmals die Frist verlängern. Das Bestellende naht: Voraussichtlich bis 31. März 2019 müssen Praxen Hardware und Installation bestellt haben.

Ursprünglich bis Ende des Jahres 2018 sollten Praxen den sogenannten Versicherten-Stammdatenabgleich online durchführen, so schrieb es der Gesetzgeber vor. Gegen diesen Termin intervenierte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Sogar eine Online-Petition hatte die Ärzteschaft gestartet, um eine Verschiebung zu erreichen – mit Erfolg.

Gesundheitsminister Jens Spahn sicherte eine Verlängerung der Frist bis zum 1. Juli 2019 zu. Danach müssten Praxen die Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte online mit den Kassenservern abgleichen. Wenn nicht, droht eine Honorarkürzung von einem Prozent, und zwar Quartal für Quartal.

Bald bestellen

Einhellig wurde die Verlängerung begrüßt, von der KBV genauso wie von Krankenkassen und der Industrie. Der Druck indes bleibt für die Praxen hoch, die noch nicht fertig für die TI sind. Denn die Praxen müssen vorher die nötige Hardware und die Installation bestellt haben – und zwar voraussichtlich bis 31. März 2019. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe war noch keine Entscheidung gefallen; in Gesetzesform wird die Verlängerung wohl erst im Dezember gegossen. Klar ist aber: Viel Zeit haben Praxen nicht mehr.

Die Grafik zeigt eine schematische Darstellung der Telematik-Infrastruktur

Ein höchst unbefriedigender Zustand. „Die Kolleginnen und Kollegen müssen nun relativ rasch ordern, obwohl es kaum Auswahl gibt“, bemängelt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Die Praxen seien zudem gezwungen, der KV einen Nachweis vorzulegen, wobei unklar sei, wie genau die aussehe. „Die Fristen sollten entfallen“, fordert Bergmann.

Zweiter Konnektor lieferbar

Immerhin ist in jüngster Zeit etwas Bewegung in den Markt gekommen, auf dem die Compugroup bis dato quasi Monopolist war – zumindest, was das Angebot eines Konnektors betraf. Seit September bietet die Telekom-Tochter T-Systems ihr Gerät an, den „VSDM Konnektor“, auf den mehrere Praxissoftware-Hersteller zurückgreifen möchten. Zwei weitere Konnektoren befinden sich im Zulassungsverfahren.

Noch immer offerieren nicht alle Praxissoftware-Häuser ein sogenanntes Bundle, also ein Paket mit allen nötigen Komponenten für den TI-Einstieg. Dazu gehören vor allem Konnektor, Kartenterminal, VPN-Zugangsdienst und SMC-B-Karte. Im Klartext: Aktuell können noch gar nicht alle Praxen einen TI-Liefervertrag schließen. Ein weiteres Ärgernis: „Es gibt offenbar noch einige Software-Häuser, die mehr Geld verlangen, als die Finanzierungsvereinbarung vorsieht“, kritisiert Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Praxen erhalten Pauschalen

Praxen, die im vierten Quartal 2018 oder im kommenden Jahr in die TI einsteigen, erhalten eine Pauschale für die Technik in Höhe von 1.982 Euro. Dazu kommt eine Installations-Pauschale von 900 Euro, macht zusammen 2.882 Euro. Erstattungen gibt es auch für stationäre und mobile Kartenlesegeräte. Darüber hinaus erhalten Praxen eine Betriebskostenpauschale: 248 Euro je Quartal. Diese Pauschale soll die laufenden Kosten zum Beispiel für Wartung und Updates abdecken. Zu guter Letzt erhalten die Praxen pro Quartal eine Erstattung für den Einsatz der SMC-B-Karte und des eArztausweises. Die Beträge sind in der Finanzierungsvereinbarung festgelegt, die KBV und GKV-Spitzenverband geschlossen haben.

Neu ist, dass Praxen mit mehr als drei Ärzten oder Psychotherapeuten einen sogenannten Kompexitätszuschlag erhalten. Dieser liegt bei 230 Euro bei mehr als drei und bei 460 Euro bei mehr als sechs Ärzten oder Psychotherapeuten. Diesen Betrag erhalten die Praxen, wenn sie in die TI einsteigen, einmal – auch rückwirkend.

Frank Naundorf

Achtung: Neue Fristen

31. März 2019 oder 31. Dezember 2018

Der Termin war bis Redaktionsschluss noch in der Diskussion. Vermutlich bis Ende März 2019 müssen Praxen einen TI-Liefervertrag unterschreiben und bei der KV Nordrhein einreichen. Wer das nicht tut, dem muss die KV Nordrhein ein Prozent des Honorars abziehen. Wer schon an die TI angeschlossen ist und schon Versicherten-Stammdaten online abgleicht, muss den Liefervertrag nicht einreichen.

1. Juli 2019

Wer nach diesem Datum keinen VSDM-Abgleich online durchführt, dem muss die KV Nordrhein ein Prozent des Honorars abziehen.

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