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Aktuelle Fragen an die Serviceteams – und deren Antworten: Abrechnung im Ausland Versicherter

14.11.2018 KVNO aktuell, Praxisinfos

Seit 1. Oktober 2018 gibt es Änderungen im Umgang mit der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC).

Welche Leistungen dürfen über die EHIC abgerechnet werden?

Bürger aus der EU, Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz haben mit der EHIC oder der provisorischen Ersatzbescheinigung Anspruch auf alle medizinisch notwendigen Sachleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu gehören auch Notfallleistungen und Leistungen für Chroniker wie Dialysepatienten.

Wie rechne ich die Leistungen ab?

Sie kopieren die EHIC und der Patient füllt die „Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung“ in seiner Sprache aus. Beides senden Sie an die gewählte deutsche Krankenkasse. Die Abrechnung erfolgt über die KV.

Auf der Patientenerklärung ist eine neue Position „Name des behandelnden Arztes“ aufgeführt. Muss ich das ausfüllen und stempeln?

Ja, damit können die Krankenkassen die Zuordnung zur EHIC-Kopie durchführen.

Wo finde ich die Patientenerklärung EHIC?

Diese ist in Ihrem Praxisverwaltungssystem in 13 Sprachen hinterlegt und steht als Download unter kvno.de zur Verfügung.

Ich besuche im Notfalldienst einen Patienten, der eine EHIC vorlegt. Wie erfasse ich die Daten?

Anstelle einer Kopie können Sie im fahrenden Notdienst die Patientendaten aus der EHIC und/oder der provisorischen Ersatzbescheinigung formlos auf einem Blatt Papier erfassen. Sie können auch eine Vorlage verwenden. Sie liegt unter kvno.de

Wie rechne ich Patienten ab, die zum Zweck der medizinischen Versorgung nach Deutschland eingereist sind?

In diesem Fall muss der Patient zuerst eine gesetzliche Krankenkasse kontaktieren. Der genehmigte Leistungsumfang wird seit 1. Oktober nicht mehr auf einem Abrechnungsschein, sondern auf dem neuen Formular „Nationaler Anspruchsnachweis“ dokumentiert. Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung.

Was ist bei Bürgern, die nicht aus EU-Staaten kommen, zu beachten?

Patienten aus Staaten mit bilateralem Abkommen (Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Türkei, Tunesien und Israel – beschränkt auf medizinische Leistungen bei einer Mutterschaft) müssen zunächst immer eine aushelfende deutsche Krankenkasse kontaktieren. Diese überprüft den Behandlungsanspruch und kann Leistungen gegebenenfalls beschränken. Die Krankenkasse stellt auch in diesem Fall einen nationalen Anspruchsnachweis aus, auf dem der genehmigte Leistungsumfang dokumentiert ist. Die Abrechnung erfolgt wie bisher über die KV.

Wie werden Leistungen bei ausländischen Patienten aus anderen Ländern abgerechnet?

Patienten aus anderen Staaten erhalten eine Privatrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte. Arznei-, Heil- und Hilfsmittel werden privat verordnet. Ein Merkblatt dazu finden Sie unter kvno.de

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