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Rückruf von Valsartan-Präparaten

20.07.2018 Verordnungsinfos

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte am 5. Juli 2018 mit, dass Arzneimittel mit dem Wirkstoff Valsartan aktuell überprüft werden. In der Ware mit der Ausgangssubstanz des Herstellers Zhejiang Huahai Pharmaceutical kann eine vermutlich krebserregende Verunreinigung enthalten sein. Ein akutes Patientenrisiko besteht laut BfArM aber nicht.

Patienten, die valsartanhaltige Arzneimittel einnehmen, sollen die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Für Ersatzpräparate müssen neue Rezepte ausgestellt werden.

Die KV Nordrhein empfiehlt, eine Wirkstoffverordnung auszustellen oder ein Produkt zu verordnen, das nicht betroffen ist (z.B. Valsartan Aurobindo, Valsartan Dura, Valsacor oder Diovan/ Provas) und den Austausch zuzulassen (kein Kreuz gesetzt). Bei Diovan/ Codiovan und Provas/ Provas comp würden für die Patienten Mehrkosten von mindestens 70 Euro je N3-Packung zusätzlich zur Zuzahlung anfallen.

Die neue Verordnung wird in der Patientenakte dokumentiert. Ein Vermerk wie „Duplikat“ oder „Zweitschrift“ auf dem Rezept ist nicht richtig – diese Rezepte könnten von der Apotheke nicht beliefert werden. Ein Hinweis auf dem Rezept wie „Verordnung wegen aktuellem Arzneimittelrückruf“ wäre möglich, aber nicht nötig.

Die IKK classic hat sich zur aktuellen Situation hinsichtlich der Valsartan Rückrufe in Bezug auf eine mögliche Wirtschaftlichkeitsprüfung wie folgt geäußert:

  • Der IKK classic ist an einer reibungslosen und sicheren Versorgung ihrer Versicherten gelegen. In einem anlassbezogenem Gespräch mit Vertretern der Ärzte- und Apothekerschaft hat man sich daher zur Versorgungssituation aus Sicht der Ärzte und Apotheken ausgetauscht. Die Rückruf-bedingte besondere Situation der verordnenden Ärzte und versorgenden Apotheken wird seitens der IKK classic in der Wirtschaftlichkeitsprüfung der Arzneimittelverordnung bei den Ärzten als auch bei der Rezeptabrechnungsprüfung der Apotheken vor allem in den Monaten Juli und August 2018 in den entsprechenden Prüfprozessen berücksichtigt.

Meldungen anderer Kassen zu diesem Sachverhalt liegen uns derzeit noch nicht vor.

Eine Übersicht zu Äquivalenzdosen von Sartanen hat beispielsweise die Apotheke des Kantonsspitals Aarau veröffentlicht.

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