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Onlinerollout: eGK lösen Fehlermeldungen aus

28.11.2018 KVNO aktuell, Praxisinfos

Immer mehr Praxen schließen sich an die Telematik-Infrastruktur an und stehen vor einem Problem: Immer wieder lösen eGesundheitskarten beim Einlesen eine Fehlermeldung aus. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Hauptgrund: Patienten haben noch eine alte Karte dabei.

In Praxen, die bereits an die Telematik-Infrastruktur (TI) angeschlossen sind, erscheinen beim Einlesen dann Meldungen wie „Karte gesperrt“, „Gesundheitsanwendung ist gesperrt“ oder „Fehlercode 114“. Ist die alte Karte (Modell G1) noch gültig, können Praxen das Ersatzverfahren anwenden. Ist die Karte abgelaufen, muss die Praxis die Behandlung in Rechnung stellen, wenn der Patient nicht innerhalb von zehn Tagen eine gültige Karte nachreichen kann. „Uns berichten regelmäßig Praxen, dass etliche Patienten mit einer ungültigen Karte in die Praxis kommen“, sagt Claudia Pintaric, Abteilungsleiterin IT-Kundendienste der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

Patienten horten alte Karten

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands haben praktisch alle Versicherten bereits im vergangenen Jahr eine neue, sogenannte G2-Karte erhalten. Das heißt aber offenbar nicht, dass die Versicherten diese auch nutzen. Denn etliche G1-Karten sind nach ihrem sichtbaren Gültigkeitsdatum auf der Rückseite noch nicht abgelaufen. Sie könnten deswegen von den Versicherten noch in der Praxis vorgelegt werden. Und das passiert nicht nur vereinzelt, sondern leider sehr häufig. Leidtragende sind die Praxen, bei denen durch die unlesbaren Karten Aufwand entsteht.

Die Grafik zeigt, an welchen Stellen es beim Einlesen der eGK zu Fehlern kommen kann.
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Fehlerquelle beim VSDM: An diesen Stellen hapert's

Mitte August hat das Bundesgesundheitsministerium ein Machtwort gesprochen. Es forderte die Krankenkassen auf, ihre Versicherten anzuhalten, nur noch die neuesten eGesundheitskarten (eGK) zu nutzen. Dies solle „über eine reine Information der Versicherten in Mitgliedszeitschriften hinausgehen“, teilte der GKV-Spitzenverband mit.

Mit G2 auf der sicheren Seite

Der Aufdruck der Kartengeneration befindet sich auf der Vorderseite der eGK, rechts oben direkt unterhalb des Wortes „Gesundheitskarte“. Mit G2 sind die aktuellen Karten ausgezeichnet, die von allen Praxen eingelesen werden können. Gültig sind grundsätzlich auch die eGK der Kartengeneration 1 plus. Leider sind sowohl die ungültigen Karten der Generation 1 als auch die gültigen Karten der Generation 1 plus mit dem gleichen Aufdruck G1 versehen.

Wenn dagegen die Karte aktuell ist, werden die Stammdaten auf der eGK beim ersten Einlesen im Quartal online geprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Im Idealfall dauert dieser Vorgang wenige Sekunden und die aktuellen Versichertendaten tauchen auf dem Bildschirm auf.

Mit einer ungültigen Karte können die Versichertenstammdaten nicht online abgeglichen werden. Deswegen erscheint in der Praxis-EDV eine Fehlermeldung. Es sind allerdings auch andere Fehler denkbar. Die häufigsten Szenarien haben wir zusammengestellt, wobei die Fehlerbeschreibungen von System zu System variieren, was eine generelle Einordnung schwierig macht.

Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden: Fehler beim Einlesen der Versichertenkarte und Fehler beim Versichertenstammdatenabgleich nach dem Einlesen. Der zweite Fall löst keinen Handlungsbedarf aus, weil trotz eines technischen Problems die Versichertendaten eingelesen werden konnten. Wenn allerdings das Einlesen der Karte scheitert, hängt das weitere Vorgehen von dem konkreten Fehler ab. Praxen wenden sich in solchen Fällen am besten an den Support des Herstellers ihres Praxisverwaltungssystems.

Frank Naundorf

Video: Veraltete elektronische Gesundheitskarten können nicht eingelesen werden

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