Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

HPV-Impfung: Empfehlung künftig auch für Jungen

04.09.2018 KVNO aktuell, Praxisinfos

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen humane Papillom­viren (HPV) künftig auch für alle Jungen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Zu einer Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren geraten. Die HPV-Impfempfehlung für Mädchen bleibt unverändert.

HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Das Problem: Infolge einer HPV-Infektion kann Krebs entstehen. Laut Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 4 600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Für fast alle diese Tumoren sind HPV-Infektionen verantwortlich.

Durch die HPV-Impfung von Jungen ließe sich einerseits die Verbreitung des Virus weiter eindämmen. Damit würde auch der Schutz ungeimpfter Frauen vor Gebärmutterhalskrebs verbessert.

Andererseits profitieren aber auch die Jungen selbst vom HPV-Schutz, denn die Impfung schützt auch vor Krebsarten, die Männer treffen können. Dazu gehören Mund-Rachen-Krebs und Analkrebs. Darüber hinaus bietet die Impfung Schutz vor den weit verbreiteten Genitalwarzen. Diese sind zwar nicht lebensbedrohlich, dafür aber hartnäckig und unangenehm.

Die STIKO hat die HPV-Impfempfehlung für Jungen im Epidemiologischen Bulletin 26/2018 veröffentlicht. Auf dieser Basis entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss innerhalb von drei Monaten, ob die HPV-Impfung von Jungen in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen und somit zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen wird.