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Mehr Beratung beim Check-up 35

04.09.2018 KVNO aktuell, Praxisinfos

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Neugestaltung des Check-ups 35 beschlossen. Dabei wurde unter anderem das Untersuchungsintervall angepasst. Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben demnach künftig nur noch alle drei und nicht mehr alle zwei Jahre Anspruch auf die Untersuchung.

Der Beschluss tritt bei Nichtbeanstandung des Bundesgesundheitsministeriums am Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Dann hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, um die Vergütung festzulegen. Erst danach haben Versicherte Anspruch auf die überarbeitete Gesundheitsuntersuchung.

Das Bild zeigt einen Arzt, der eine Patientin berät; Foto: Jonas Glaubitz, Fotolia

Der "Check-up 35" soll umgestaltet werden. Eine Neuerung: Die ärztliche Beratung erhält mehr Gewicht, um Krankheitsrisiken zu minimieren.

Neu ist, dass auch jüngere Versicherte zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr einmalig den Check-up erhalten können. Dabei sind Blutuntersuchungen nur bei entsprechendem Risikoprofil durchzuführen, eine Urinuntersuchung ist nicht vorgesehen. Der G-BA hat damit eine Vorgabe aus dem Präventionsgesetz umgesetzt, das die Überarbeitung der Gesundheitsuntersuchung vorsieht.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Die Beratung erhält mehr Gewicht. Kardiovaskuläre Risiken sollten mittels Risk-Charts systematisch erfasst werden, wenn dies aus ärztlicher Sicht angezeigt ist. Je nach Ergebnis erfolgt im Anschluss eine Beratung, wie das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung minimiert werden kann.
  • Die Blutuntersuchung wird erweitert. Dabei wird künftig ein vollständiges Lipidprofil erstellt, bestehend aus Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden.
  • Neu ist auch eine Impfanamnese.
  • Die Bürokratie wird reduziert. Ärzte müssen die Ergebnisse des Check-ups nicht mehr auf dem Formular 30 ("Berichtsvordruck Gesundheitsuntersuchung") dokumentieren. Die Dokumentation erfolgt künftig ausschließlich in der Patientenakte.