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Fortbildung des IQN: Diagnostik von Depressionen

27.06.2018 KVNO aktuell

Depressionen gehören zu den häufigsten und sehr folgenreichen Erkrankungen, die sowohl Betroffene als auch Angehörige sehr belasten. Fast jeder fünfte Deutsche erkrankt einmal oder sogar mehrmals im Leben. Wichtig ist, dass Depressionen frühzeitig erkannt und angemessen behandelt werden. Das ist ein Fazit der Fortbildung zum Thema Diagnostik und Therapie von Depressionen des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN), die am 2. Mai mit mehr als 150 Teilnehmern im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf stattfand.

Der Moderator der Veranstaltung, Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein und Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, verwies darauf, dass diagnostische und therapeutische Abläufe zeitnah koordiniert werden müssten. Genau dies ist ein Ziel des Projektes zur Neurologisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung (NPPV), das Dr. Nobert Paas, Geschäftsführer der IVP Networks GmbH, vorstellte. Es wurde gemeinsam mit der KV entwickelt und derzeit mithilfe des Innovationsfonds umgesetzt. Im Bereich der KV Nordrhein sind bereits etwa 220 Fachärzte und Psychotherapeuten in das Programm eingeschrieben.

Die Möglichkeiten, Depressionen rechtzeitig zu erkennen und Erkrankte am Arbeitsplatz zu unterstützen, erläuterte praxisnah Dr. med. Wolfgang Panter. „Nach wie vor werden psychische Erkrankungen oft als Stigma angesehen, weshalb Betroffene die Symptome teilweise verschweigen oder verschleppen und keine professionelle Hilfe aufsuchen“, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte.

Das Bild zeigt eine Frau, die sich die Hände vor das Gesicht hält; Foto: Antonioguillem | Fotolia

Die Depression gehört zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Wichtig sind eine frühe Diagnose und Therapie.

Ursache für somatische Beschwerden

Bei den Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage und für Erwerbsunfähigkeit werde seit Jahren ein deutlicher Anstieg psychischer Probleme und Erkrankungen beobachtet, berichtete Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. Depressionen könnten auch die Ursache somatischer Beschwerden wie chronische Rückenschmerzen sein, erläuterte Orthopäde Dr. med. Folker Franzen aus Bergisch-Gladbach.

Dr. med. Andre Schumacher, Hausarzt aus Düsseldorf und Vorsitzender der KVNO-Kreisstelle, wies darauf hin, dass man im Praxisalltag immer auch auf Depressionen als Komorbidität achten sollte. Dr. med. Karsten Henkel, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Uniklinik RWTH Aachen, betonte, dass gerade bei schweren und rezidivierenden Depressionen die Adhärenz des Patienten höher sei, wenn zur medi­kamentösen Therapie zeitgleich auch eine Psychotherapie stattfindet.

Dr. med. Martina Levartz