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Honorarvereinbarung für 2017 und 2018: Mehr Honorar - und Konvergenz

27.06.2018 Honorar, KVNO aktuell

Die KV Nordrhein hat sich mit den Gesetzlichen Krankenkassen über die Mittel für die ambulante Versorgung und die Vergütung der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten für die Jahre 2017 und 2018 geeinigt und dabei auch eine Lösung für die einmalig zu verhandelnde Konvergenzregelung gefunden. Das Honorar steigt in der Summe um rund 176 Millionen Euro.

Davon entfallen gut 64 Millionen Euro auf den Konvergenzbetrag, also die basiswirksame Anhebung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Diese lange von den Niedergelassenen und der KV Nordrhein geforderte Anpassung wurde durch den im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes 2015 neu gefassten Paragrafen 87a Absatz 4a SGB V möglich und war Bestandteil der Verhandlungen für das Jahr 2017.

„Die Verhandlungen waren schwierig und lang– deshalb haben wir Prof. Dr. Oliver Ricken, den unparteiischen Vorsitzenden des Landesschiedsamtes für die vertragsärztliche Versorgung in Nordrhein, gebeten, die Gespräche zu moderieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist eine gute Nachricht für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sowie die ambulante Versorgung in Nordrhein“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Obwohl wir bei den Verhandlungen zur Konvergenz durch die vom Gesetzgeber vorgesehene Beweispflicht einen strukturellen Nachteil zu kompensieren hatten, haben wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt und den unsicheren Ausgang eines Schiedsamtsverfahrens oder einer Klage vermeiden können.“

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Gesamtvergütung in Nordrhein

Verbesserung der Strukturen

Der Betrag für die Konvergenz liegt mit knapp 60 Prozent des vom Institut des Bewertungsausschusses ermittelten Höchstbetrags in Nordrhein deutlich über den Konvergenzbeträgen in anderen Bundesländern und KVen. Die zusätzlichen Mittel werden aufgrund der gesetzlichen Anforderungen zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen verwendet. Die Erhöhung wird nicht schrittweise über mehrere Jahre verteilt, sondern direkt ab 2017 in voller Höhe. Inklusive des Konvergenzbetrags beläuft sich die Steigerung der nordrheinischen Gesamtvergütung für das vergangene Jahr 2017 auf über 120 Millionen Euro.

Die Verhandlungen für das Jahr 2018 summieren sich auf ein Plus von mehr als 56 Millionen Euro für die ambulante Versorgung. Die Steigerungen beim regionalen Punktwert, der Veränderungsrate sowie bei der MGV belaufen sich für das laufende Jahr auf zusammen rund 55 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 1,5 Millionen Euro zur rückwirkenden Vergütung des im Jahr 2015 nicht vorhersehbaren Anstiegs des ambulanten Behandlungsbedarfes. Die geltenden Vereinbarungen zur Einzelleistungsvergütung, zu den Zuschlägen beim ambulanten Operieren und die Zentrumsverträge
sowie die Sonderverträge werden uneingeschränkt weitergeführt.

Dr. Heiko Schmitz