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Biosimilars sicher und effektiv in allen zugelassenen Indikationen

29.05.2018 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Bei der Verordnung von Biosimilars haben die Praxen in Nordrhein noch Luft nach oben. Auswertungen der Verordnungszahlen aus 2017 der AG Biosimilars zeigen, dass die Anteile der Biosimilars in Nordrhein im Vergleich zu anderen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) im oberen Mittel liegen. Mittlerweile werden für elf Wirkstoffe Biosimilars angeboten. Ab Herbst werden die ersten Biosimilars für Adalimumab (Humira) erwartet.

Mit inzwischen zehnjähriger Erfahrung in der Zulassung von Biosimilars in der EU werden diese Präparate als genauso sicher und effektiv in allen zugelassenen Indikationen wie die Originalanbieter angesehen. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfiehlt daher „sowohl bei der Erstverordnung als auch bei der Folgeverordnung zur Fortsetzung der Therapie jeweils die wirtschaftlichere Verordnungsalternative (Biosimilar) unter der Voraussetzung auszusuchen, dass eine praxistaugliche Einzeldosisstärke (zur Vermeidung von Kosten durch Verwurf) und eine für die Behandlung geeignete Darreichungsform (z. B. Applikationssystem wie Injektor, Pen, Fertigspritze) verfügbar sind, sowie eine Zulassung für die zu behandelnde Erkrankung vorliegt.“

In fast allen KV-Regionen wurden Quoten vereinbart, um den Einsatz von Biosimilars aus wirtschaftlichen Gründen zu fördern. Dabei gibt es noch große Unterschiede in den Verordnungsanteilen zwischen den KVen.

Die KV und die Krankenkassen in Nordrhein empfehlen, den Einsatz von Biosimilars aus wirtschaftlichen Gründen in allen zugelassenen Indikationen vorzuziehen. Biosimilars sollten mindestens bei der Neueinstellung von Patienten berücksichtigt werden. In zahlreichen Switch-Studien konnte gezeigt werden, dass auch ein Wechsel unter laufender Therapie möglich ist. Bei der Verordnung von biologischen Arzneimitteln als Rezeptur (Infliximab, Rituximab, Trastuzumab) sollte ebenfalls ein entsprechendes Biosimilar verordnet werden, weil der Apotheker hier nicht austauschen darf.

Anteile der Biosimilarverordnungen in den KVen

Angegeben sind jeweils die Mindest- und Maximal-Anteile sowie der Wert für Nordrhein (NO).

  Anteile nach definierter Tagesdosis (DDD) in Prozent    
Wirkstoff min max NO
Etanercept 11,3 60,0 39,2
Infliximab 22,7 73,4 57,2
Insulin-Glargin 3,3 13,4 6,7
Follitropin 6,3 91,3 15,4
Filgastrim 57,5 92,2 65,0
Epoetin 17,1 59,1 57,3
Somatropin 8,0 39,5 11,0
Rituximab Hier liegen noch keine Vergleichswerte vor    
Trastuzumab Zulassung erster Biosimilars in April 2018    

Quelle: Biosimilars in Zahlen 2017, Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars

In Deutschland im Verkehr befindliche Biosimilars

INN Biosimilar Referenzprodukt Zulassung
Somatropin Omnitrope Genotropin 2006
Epoetin alfa Binocrit
Epoetin alfa Hexal
Abseamed
Eprex 2007
Epoetin zeta Retacrit
Silapo
Eprex 2007
Filgrastim Ratiograstim Neupogen 2008
Filgrastim Filgrastim Hexal Neupogen 2009
Filgrastim Nivestim Neupogen 2010
Filgrastim Grastofil Neupogen 2013
Filgrastim Accofil Neupogen 2014
Infliximab Inflectra
Remsima
Remicade 2013
Infliximab Flixabi Remicade 2016
Infliximab Zessly Remicade 2018
Follitropin alfa Ovaleap GONAL-f 2013
Follitropin alfa Bemfola GONAL-f 2014
Insulin Glargin Abasaglar Lantus 2014
Etanercept Benepali Enbrel 2016
Etanercept Erelzi Enbrel 2017
Rituximab Truxima MabThera 2017
Rituximab Rixathon MabThera 2017
Insulin lispro Insulin lispro Sanofi Humalog 2017
Enoxaparin-Natrium Inhixa Clexane 2016
Enoxaparin-Natrium Enoxaparin Becat Clexane 2017
Trastuzumab Herzuma Herceptin i.v. 2018
Adalimumab   Humira voraussichtlich Q4 2018

Stand: Juni 2018 | Angaben ohne Gewähr

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