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Erstmals weniger PPI verordnet

31.01.2018 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Es ging ständig bergauf, Jahr für Jahr nahm die Zahl der verordneten Protonenpumpeninhibitoren (PPI) zu. Nun gab es eine Trendwende: In Nordrhein – wie im gesamten Bundesgebiet – gingen die Verordnungen für verschreibungspflichtige PPI in den ersten drei Quartalen 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.

Doch noch immer sind die Zahlen hoch. In Nordrhein liegen die Verordnungsmengen mit durchschnittlich 42 definierten Tagesdosen (DDD) je Versichertem sogar zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Verordnungsmengen reichen, um jeden sechsten bis siebten Versicherten täglich mit einer Standarddosis eines PPI zu versorgen.

Wann sollten Ärzte PPI verordnen? PPI sollten nur bei gegebener Indikation eingesetzt werden. In der Prophylaxe werden PPI halb so hoch dosiert wie zur Therapie von Magen-Darm-Geschwüren und Reflux. Bei der Prophylaxe von NSAR-Ulcera sind weitere Risikofaktoren wie die gleichzeitige Gabe von Antikoagulantien eine Indikation für den Einsatz der PPI. Eine kurzfristige Gabe von NSAR ist in der Regel keine Indikation. In unserem Newsletter VIN von April 2016 haben wir über den Einsatz von PPI berichtet. Sie können ihn in unserem Internet-Angebot abrufen.

Bitte beachten Sie: Nicht verschreibungspflichtige PPI in kleiner Packung sind zugelassen zur akuten Behandlung von Refluxsymptomen (zum Beispiel Sodbrennen, Säurerückfluss) bei Erwachsenen. Für diesen kurzfristigen Einsatz müssen Patienten die PPI selbst kaufen.

HON