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Häusliche Krankenpflege: Leistungen erweitert

31.01.2018 KVNO aktuell, Praxisinfos

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Leistungen der häuslichen Krankenpflege erweitert. Die Unterstützungspflege ist hinzugekommen und das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen auf die Kompressionsklasse I ausgeweitet worden.

An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen der Klasse I: Das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen beziehungsweise -strumpfhosen der Kompressionsklasse I ist nun im Rahmen der Behandlungspflege verordnungsfähig. Die Leistung war zuvor von der grundpflegerischen Leistung des An- und Auskleidens umfasst. Nun sind auch Patienten berücksichtigt, die zum Beispiel in ihrer Motorik, Geschicklichkeit, Kraft und Beweglichkeit erheblich eingeschränkt sind, was häufig bedingt ist durch eine Kombination verschiedener zum Beispiel neurologischer oder orthopädischer Erkrankungen und Defizite. Bei der Verordnung sollen Ärzte in Betracht ziehen, ob der Patient die Kompressionstrümpfe mithilfe sogenannter „Anziehhilfen“ eigenständig anziehen kann. In diesem Fall wäre die Verordnung nicht nötig.

Das Bild zeigt eine Patientin beim Ausziehen von Kompressionsstrümpfen

Das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen der Kompressionsklasse I ist nun im Rahmen der häuslichen Krankenpflege verordnungsfähig. Foto: tibanna79 | Fotolia

Unterstützungspflege: Patienten können wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erhalten. Die Verordnung ist auch möglich, wenn keine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Sozialgesetzbuchs XI vorliegt. Voraussetzung ist, dass sie sich im Hinblick auf die krankheitsbedingten oder behandlungsbedingten Auswirkungen nicht selbst pflegen und versorgen können, teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit.

Die neue Leistung ist nicht an einen Krankenhausaufenthalt oder eine ambulante Operation gebunden. Die Unterstützungspflege kann auch bei vergleichbaren Fallkonstellationen verordnet werden, zum Beispiel im Rahmen der ambulanten Behandlung. Unterstützungspflege kann für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen je Krankheitsfall verordnet werden; in begründeten Ausnahmefällen kann die Krankenkasse die Leistung verlängern. Bitte beachten Sie: Der Bedarf an Unterstützungspflege bezieht sich nur auf körperliche Beeinträchtigungen der Patienten – nicht auf kognitive Einschränkungen.