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Ressourcen für Strukturwandel fehlen

18.10.2017 KVNO aktuell, Pressemitteilungen

Der Titel der Veranstaltung der KV Nordrhein war provokant formuliert: „Möglicherweise müssen wir die Frage ,Reichen die Ressourcen?` am Ende des Abends mit ,Nein‘ beantworten“, sagte Moderator Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärzte Zeitung, zu Beginn der Fachveranstaltung am 17. Oktober.

Im Verlauf der Diskussion mit Prof. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik, Dr. Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, KNVO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann und Matthias Mohrmann vom Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg aber wurde immer klarer: Es geht nicht allein um die verfügbare Menge an Ressourcen, sondern deren zielgerichteten Einsatz vor Ort.

„In toto haben wir ausreichende Ressourcen im System, aber wir brauchen eine andere Verteilung und eine prospektive Planung“, sagte Bergmann. Als Beispiel nannte er die Notfallversorgung. „Wir könnten Geld sparen, etwa mit einer gemeinsamen Notfallversorgung und richtiger Zuordnung der Patienten. Für den Aufbau der dafür nötigen Strukturen benötigen wir aber erstmal Geld.“

Auch von Stillfried betonte, dass für den Strukturwandel, der nötig ist, um ambulante Potenziale konsequent zu nutzen, Investitionen nötig seien – die Dänen hätten es mit ihrer Krankenhausstruktur vorgemacht. „Dafür braucht es aber auch neue gesetzliche Regelungen, denn derzeit können ärztliche Leistungen nur rückwirkend vergütet werden.“ AOK-Vorstand Mohrmann sieht ebenfalls „großes Umverteilungspotenzial“, aber auch hohe Hürden. „Mehr Geld für die KVen kann es nur bei einer entsprechenden Verlagerung der Versorgung geben.“ 

Das Foto zeigt Moderator Wolfgang van den Bergh mit Prof. Günter Neubauer, Dr. med. Frank Bergmann , Dr. Dominik Graf von Stillfried und Matthias Mohrmann (v.L.).
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Moderator Wolfgang van den Bergh im Gespräch mit Prof. Günter Neubauer, Dr. med. Frank Bergmann , Dr. Dominik Graf von Stillfried und Matthias Mohrmann (v. l.).

Prof. Neubauer mahnte eine konsequente Regionalisierung an – auch bei Teilen der Vergütung, die ebenso dezentral geregelt werden solle wie die Versorgung insgesamt. „Die Planwirtschaft im Gesundheitswesen kann die Probleme nicht lösen – vor allem das Grundproblem nicht: Die Entwicklung des Bedarfs an medizinischer Versorgung läuft den Ressourcen ständig davon.“

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