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Auffällig viele Masernfälle in NRW

17.05.2017 Praxisinfos

Das Landeszentrum Gesundheit NRW meldet derzeit im Vergleich zu früheren Jahren besonders viele Masernfälle in Nordrhein-Westfalen und weist auf die erhebliche Ansteckungsgefahr für ungeimpfte Personen hin.

Zwischen 2008 und 2016 wurden pro Jahr zwischen 18 und 185 Fälle gemeldet – 2017 sind es bis jetzt schon über 300 Fälle, wöchentlich werden aktuell etwa 30 Fälle neu gemeldet. Das Landeszentrum geht zusätzlich von einer Dunkelziffer aus. Die meisten Fälle werden aus Duisburg gemeldet, dort allein sind bisher 258 Fälle verzeichnet worden, 68 aus anderen Kreisen in NRW. In Duisburg sind hauptsächlich ungeimpfte Personen betroffen, darunter viele kleine Kinder.

Die Familien der Erkrankten stammen häufig, aber nicht ausschließlich aus osteuropäischen EU-Ländern und haben oft keinen Krankenversicherungsschutz in Deutschland. In den übrigen Fällen außerhalb Duisburgs gibt es vereinzelt Fälle, die teilweise Zusammenhänge aufweisen (Familie, Krankenhausaufenthalte). Die genaue Infektionsquelle ist aber weitgehend unbekannt. Auch bundes- und europaweit gibt es derzeit sehr viele Masernfälle. Insbesondere in Rumänien wird seit etwa einem Jahr über einen großen Masernausbruch mit über 4000 Fällen und Todesfällen berichtet.

Da Masern immer wieder gar nicht oder zu spät erkannt werden, weist das Landeszentrum Ärztinnen und Ärzte in NRW darauf hin, bei Patienten mit Fieber, Husten, Schnupfen und Konjunktivitis eine Masern-Infektion differentialdiagnostisch in Erwägung zu ziehen, zumal eine Ansteckung schon drei bis fünf Tage vor Auftreten des Exanthems möglich ist. Eine frühzeitige Diagnose ist unverzichtbar für die Vermeidung der Übertragung. Insbesondere gefährdete Personengruppen wie Familien mit Säuglingen sollten auf die Masern aufmerksam und der Impfschutz bei Bedarf komplettiert werden. Masern und Masernverdachtsfälle müssen unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

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