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Palliativpatienten: Ärzte können Symptomkontrolle verordnen

04.12.2017 Honorar, Verordnungsinfos

Vertragsärzte können jetzt eine neue Leistung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege verordnen: die Symptomkontrolle bei Palliativpatienten. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im März beschlossen. Der Beschluss ist am 25. November in Kraft getreten. Mit der neuen Leistung soll die pflegerische Versorgung sterbender Menschen in ihrer häuslichen Umgebung verbessert werden.

Eine Symptomkontrolle soll insbesondere bei Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, pulmonalen oder kardialen Symptomen und Obstipation sowie bei exulzerierenden Wunden durchgeführt werden. Zudem gehört die Krisenintervention dazu, zum Beispiel bei Krampfanfällen, Blutungen oder akuten Angstzuständen.

Die neue Leistung ist für Patienten verordnungsfähig, die an einer unheilbaren, so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass nach Einschätzung des behandelnden Arztes die Lebenserwartung auf einige Tage, Wochen oder Monate begrenzt ist. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Leistung auch bei länger prognostizierter Lebenserwartung verordnungsfähig. Nicht verordnungsfähig ist die Leistung, wenn der Patient bereits im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) behandelt wird.

Die Verordnung erfolgt auf Formular 12 (Verordnung häuslicher Krankenpflege). Ärzte tragen in das Formular die Leistungsziffer Nr. 24a oder „Symptomkontrolle bei Palliativpatienten“ ein. Unabhängig davon sind alle notwendigen behandlungspflegerischen Maßnahmen wie gewohnt anzugeben.

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