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Arznei- und Heilmittelvereinbarung 2018

22.12.2017 Verordnungsinfos, Verträge

Die Arznei- und Heilmittelvereinbarungen 2018 sind abschließend konsentiert. Bei der Arzneimittelvereinbarung wurden die Quoten der Marktentwicklung angepasst - und einige neue Quoten vereinbart. Das verhandelte Ausgabenvolumen für Arznei- und Verbandstoffe in Nordrhein liegt in 2018 erstmals über 4 Milliarden Euro. Es steigt um 4,1 Prozent auf 4,074 Milliarden Euro.

Neue Quotenregelungen bei Arzneimitteln

Die bisherigen Quoten wurden in Ihren Zielwerten angepasst. Neu ist eine Maximalquote für nachrangig zu verordnende Arzneimittel im Medikationskatalog von 8 Prozent. Diese Quote war schon für 2017 verhandelt und wurde nun übernommen. Weiterhin gilt, dass Praxen aus der Prüfung nach Durchschnittswerten befreit werden, wenn alle Quoten der Fachgruppe eingehalten werden. Die Quoten dienen nicht als Kriterium für Anträge der Krankenkassen.

Bei den Biosimilars wurden neue Quoten für Follitropin (Gynäkologen), Filgastrim (Onkologen) und Heparine (Chirurgen, Orthopäden) eingeführt. Hier sollen die Preisvorteile gegenüber den Referenzsubstanzen genutzt werden. Die Verwendung onkologischer Biosimilars (Rituximab und zukünftig Trastuzumab) soll in Rezepturen ermöglicht werden.

Für den Einsatz von Opioiden wurde die bisherige „Pflasterquote“ gestrichen, weil der Einsatz von Fentanylpflastern bezogen auf die Tagestherapiekosten nicht über denen oraler Opioide liegt. Die bisherige Generikaquote bei den Opioiden wurde auch für die Fachgruppe der Neurologen eingeführt.

Für die Fachgruppe der Orthopäden wurde die bisherige Leitsubstanzen-Quote für Alendronat und Risedronat dahingehend geändert, dass zukünftig der Anteil der beiden Bisphosphonate an allen Mitteln zur Behandlung der Osteoporose gemessen wird und mindestens 59 Prozent (nach durchschnittlichen Tagesdosen DDD) betragen sollte. Zusätzlich konnten sich KV und Kassen auf eine Dokumentationsziffer für parenterale Mittel zur Behandlung der Osteoporose einigen. Die Ziffer soll dazu dienen, Praxen, die innerhalb der Gruppe der Orthopäden einen Osteoporoseschwerpunkt haben, identifizieren zu können.

Änderungen bei Heilmitteln

Das Ausgabenvolumen für Heilmittel steigt um 10,5 Prozent auf 760 Millionen Euro. Die Diagnoseliste Langfristiger Heilmittelbedarf/ Besonderer Verordnungsbedarf wird aktualisiert. Ab dem 1. Januar 2018 gibt es zudem ein neues Heilmittel: „Ernährungstherapie“.

Kritisch bleiben nach wie vor die überdurchschnittlich hohen Verordnungskosten für den Bereich der Logopädie. Gründe für diese hohen Ausgaben werden von KV und Krankenkassen gemeinsam ermittelt, um mögliche Instrumente der Steuerung zu entwickeln .

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