Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Mehr Krätzefälle – Engpässe bei Arzneimitteln

04.12.2017 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Die Zahl der Patienten, die unter Skabies (Krätze) leiden, nimmt nach Meldungen von Dermatologen in jüngster Zeit zu. Zudem sei die Diagnose der Infektionserkrankung schwieriger geworden, weil sich das Erscheinungsbild gewandelt habe. Zur medikamentösen Behandlung stehen prinzipiell lokal anzuwendende Cremes oder oral einzunehmende Präparate zur Verfügung. Nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist topisches Permethrin (zum Beispiel Infectoscab Creme) das Mittel der Wahl. Ivermectin oral (Scabioral) wird vom RKI empfohlen, wenn wegen nicht zu beeinflussender Rahmenbedingungen eine bestimmungsmäßige Anwendung von Permethrin nicht möglich ist.

Mikroaufnahme einer Krätzemilbe von unten in vielfacher Vergrößerung. Foto: Prof. Dr. H. Mehlhorn/OKAPIA

Mikroaufnahme einer Krätzmilbe von unten in vielfacher Vergrößerung; Foto: Prof. Dr. H. Mehlhorn/OKAPIA

Scabioral war im Oktober und November in Deutschland nicht lieferfähig. In Einzelfällen kann das Präparat über die Internationale Apotheke (gemäß § 73 Absatz 3 Arzneimittelgesetz) bezogen werden. Dabei sollte jedoch im Vorfeld geprüft werden, ob eine wirtschaftliche, lokal anzuwendende Alternative ausreichend ist. Im Dezember soll Scabioral wieder in den Apotheken verfügbar sein.

Enge Kontaktpersonen zu den erkrankten Patienten sollten mit behandelt werden. Für eine Ansteckung müsste laut Leitlinie ein längerer Hautkontakt bestehen. Bei der Mitbehandlung ist von einer Infektion auszugehen, sodass es sich hier ebenfalls um eine Behandlung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung handelt.

HON

Drucken