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Kinderärzte dürfen keine Erwachsenen behandeln

04.12.2017 KVNO aktuell, Praxisinfos

Kinder- und Jugendärzte sind grundsätzlich nicht berechtigt, Erwachsene zu behandeln und diesbezügliche Leistungen abzurechnen. Grund: Für Kinder- und Jugendärzte ist nicht die angewandte Methode oder ein Organsystem maßgebend, sondern der behandelte Personenkreis. Und der besteht laut Weiterbildungsordnung aus Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen von Beginn bis zum Abschluss ihrer somatischen Entwicklung einschließlich pränataler Erkrankungen.

Damit ist die Behandlung von Erwachsenen durch Kinder- und Jugendärzte ausgeschlossen. Die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein regelt zudem, dass Ärzte verpflichtet sind, die Tätigkeit auf dieses Fachgebiet zu beschränken.

Im Bereich der KV Nordrhein werden von diesem Grundsatz jedoch bei Notfallbehandlungen und Impfungen bei erwachsenen Begleitpersonen Ausnahmen gemacht. Darüber hinaus kann auf Antrag nach Genehmigung durch die Bezirksstelle bei bestimmten Krankheitsbildern – etwa Trisomie oder primäre Immundefekte – eine Weiterbehandlung von Patienten über 18 Jahre hinaus erfolgen, teilweise bis 25 Jahre. In diesen Ausnahmefällen dürfen Kinderärzte die Leistungen abrechnen.

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