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Hepatitis C: Neue AOK-Verordnungs-Ampel

04.12.2017 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Seit 2014 gibt es gut wirksame und verträgliche Medikamente mit kurzer Behandlungsdauer und hoher Heilungsrate. „Seitdem ist es möglich, Hepatitis C ohne Interferon zu behandeln. Es gibt die Möglichkeit, die Hepatitis C pangenotypisch, das bedeutet für alle Genotypen erfolgreich zu behandeln“, sagt Dr. med. Stefan Mauss, hepatologischer Sprecher des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). Doch die medikamentöse Therapie hat ihren Preis: „Derzeit liegt der Preis für eine Standardtherapie in der Bundesrepublik Deutschland bei rund 35.000 Euro“, so Mauss.

Ein Vertrag trägt dazu bei, die medikamentöse Versorgung zu sichern. Geschlossen haben ihn die AOK Rheinland/Hamburg und die KV Nordrhein. Der bng und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) unterstützen den Vertrag.

Welche Arzneimittel teilnehmende Ärzte im Rahmen des Vertrages verordnen sollten, stellt die „AOK-HCV-Ampel“ dar. Die Übersicht zeigt, welche medikamentöse Therapie bei welchem Genotyp am wirtschaftlichsten ist – und zwar unter Berücksichtigung der Rabattverträge, die die AOK Rheinland/ Hamburg mit Herstellern geschlossen hat. Berücksichtigt wurden natürlich auch die Empfehlungen der relevanten Fachgesellschaften.

„Der Vertrag schützt vor einer regelhaften Regressprüfung und bedeutet gleichzeitig eine finanzielle Anerkennung für eine qualitativ hochwertige Behandlung der Hepatitis C“, benennt der Düsseldorfer Gastroenterologe die Vorteile. Ärzte erhalten 80 Euro Betreuungspauschale pro teilnehmendem Patient und Quartal. Mit 35 Euro vergütet wird die Durchführung eines Zweitmeinungsverfahrens, das vor allem eingeleitet werden sollte, wenn es um eine Re-Therapie geht.

NAU

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