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Social Media: Mit der Praxis auf Facebook

27.10.2017 KVNO aktuell, Praxisinfos

Facebook, Twitter, Instagram: Soziale Medien nutzt privat fast jeder. Aber auch Unternehmen sind dort zunehmend aktiv – Arztpraxen ebenfalls. Wir stellen zwei Facebook-Praxisseiten aus Nordrhein vor und geben interessierten Praxen Tipps, was in sozialen Medien zu beachten ist.

Wenn Dr. med. Ulrich Butz, Hausarzt aus Alsdorf bei Aachen, abends auf dem Sofa sitzt, sieht er nicht nur fern oder liest ein gutes Buch. Er schaut auch auf sein Handy und verschafft sich einen Überblick darüber, was am Tag auf Facebook passiert ist, privat wie beruflich. Denn seit Dezember 2011 ist Butz mit seiner Praxis dort vertreten, über 300 Personen gefällt das.

„Als ich auf Facebook die Praxis-Seite meines Zahnarztes sah, dachte ich: Das mache ich mit meiner Praxis auch“, so der Allgemeinmediziner. Er informierte sich, wie man eine Unternehmensseite erstellt, und rief schließlich die Seite „Praxis Dr. Ulrich Butz“ ins Leben.

Öffnungszeiten und Hochzeitsfotos

Zu finden sind dort unter anderem Hinweise zu Schließungszeiten seiner Praxis, Zeitungsartikel zu medizinischen Themen, aber auch Grüße zu Weihnachten – und Fotos vom Praxispersonal. „Als eine meiner Mitarbeiterinnen geheiratet hat, hat sie uns ein Hochzeitsfoto für Facebook zur Verfügung gestellt“, sagt Butz. Und das kam an.

Zahlreiche Glückwünsche und über 50 „Likes“ verzeichnete dieses Bild. „Mit unseren Beiträgen erreichen wir teilweise bis zu 4.000 Personen. Bevor man etwas postet, sollte man sich aber immer fragen, ob man das auch über sich selbst lesen möchte“, gibt der Allgemeinmediziner zu bedenken.

Die sozialen Medien setzen zwar auf Interaktion, aber es gibt klare Grenzen – vor allem für Arztpraxen. Fotos von Patienten und krankheitsbezogene Geschichten gehören nicht auf die Plattform, weder öffentlich auf die Pinnwand, noch als private Nachricht ins Postfach. Passiert das doch einmal, reagiert Butz darauf mit einem freundlichen Hinweis, medizinische Fragen bitte in der Praxis zu besprechen.

Das Bild zeigt ein buntes Bild mit verschiedenen Social Media Logos. Foto: John Smith| Fotolia

Die Vielfalt der Social- Media-Kanäle ist groß. Aber alle setzen auf Interaktion.

Facebook als Marketing-Instrument

Dr. med. Matthias Krick, Gynäkologe aus Moers, ist ebenfalls sehr erfolgreich auf Facebook unterwegs. Vor gut drei Jahren ging seine Seite „FrauenarztMoers“ online. Inzwischen hat sie fast 400 „Fans“. „Ich nutze Facebook gern zum Kontakt mit Kollegen, die weiter entfernt niedergelassen sind, und zur Patientenbindung“, sagt der Gynäkologe.

Neben informativen, serviceorientierten und teilweise amüsanten Beiträgen erlaubt Krick bei Facebook auch einen Blick hinter die Kulissen, etwa vom Praxisumzug. Der Aufwand, solche Posts zu erstellen, ist für ihn überschaubar. Wichtig sei die Affinität zu sozialen Medien. Facebook könne so zum kostenlosen Marketing-Instrument werden. Und das ist kein Problem, wenn man sich an die Spielregeln hält: Die Berufsordnung gestattet ausdrücklich die „sachliche berufsbezogene Information“ – auch in sozialen Medien.

Das heißt natürlich auch, dass in Facebook und Co. anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung untersagt ist. Auch beim Thema interaktive Kommunikation ist Vorsicht geboten. So sollten Beiträge die „Fans“ der Seite nicht einladen, zum Beispiel auf der Pinnwand Daten von sich preiszugeben – Patientendaten haben auf öffentlichen Seiten überhaupt nichts zu suchen.

Persönliche Daten schützen

Der sorgfältige Umgang mit persönlichen Daten ist auch für Krick sehr wichtig. Bei seinen Mitarbeiterinnen holt er sich die Erlaubnis ein, Fotos in den sozialen Medien veröffentlichen zu dürfen – auch nach Ausscheiden aus der Praxis. Probleme gab es dabei bislang nicht, denn viele seiner Mitarbeiterinnen sind auch privat bei Facebook und liken oder teilen diese Bilder. „Meine Mitarbeiterinnen sind die besten Multiplikatoren“, so Krick.

Medizinische Fragen von Patienten gehören für ihn nicht auf Facebook. „Ich habe aber kein Problem damit, einer gut bekannten Patientin, die gerade länger im Ausland ist, mal eine Auskunft per E-Mail zu erteilen.“ Nachrichten und Kommentare, die ihn über Facebook erreichen, schaut sich Krick nach Praxisschluss an. „Ich bin Unternehmer und Dienstleister. Da ist es selbstverständlich, mich auch in meiner Freizeit mit Dingen zu beschäftigen, die meine Arbeit betreffen.“

Simone Heimann

Soziale Medien

Soziale Medien sind seit Jahren auf dem Vormarsch. Facebook ist dabei das Netzwerk mit der stärksten Reichweite. Die Facebook-Statistik verzeichnete im September dieses Jahres weltweit über zwei Milliarden aktive Nutzer – rund 30 Millionen davon kommen aus Deutschland. Im Gegensatz zur klassischen Homepage setzen soziale Medien auf Interaktion: Die Nutzer können Inhalte kommentieren, untereinander teilen oder mit „Gefällt-mir“-Angaben versehen – im Facebook-Jargon heiß das „liken“. Schon lange sind nicht mehr nur Privatpersonen in den sozialen Medien aktiv.

Die Grafik zeigt beliebte soziale Netzwerke.
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Auch Unternehmen haben das Potenzial für sich erkannt, sei es als Service oder zur Kundenbindung. Durch die Interaktion ist die Kommunikation jedoch keine Einbahnstraße. Es wird Transparenz geschaffen – von der beide Seiten profitieren können. Seit 2014 ist auch die KV Nordrhein in den sozialen Medien erfolgreich unterwegs. Die Facebook-Seite für Medizinische Fachangestellte „MFA vernetzt“ wächst zurzeit am stärksten. Aktuell hat sie über 6.500 „Fans“ – das Gros sind MFA aus dem Rheinland. Damit ist die KV Nordrhein zurzeit die mit Abstand erfolgreichste KV in diesem Bereich.