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Ratgeber „Erkältung, Grippe und Co.“: Vorbeugen erwünscht

27.10.2017 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen können im Handumdrehen dafür sorgen, dass man sich elend und schlapp fühlt. Was dabei helfen kann, schnell wieder auf die Beine zu kommen, und warum eine Grippeschutzimpfung sinnvoll ist, das erklärten drei Experten bei der Ratgeberveranstaltung „Erkältung, Grippe und Co. – alles zum Thema Prävention und Behandlung“, zu der die KV Nordrhein zusammen mit der NRZ und dem Rhein-Boten eingeladen hatte.

Auf der Bühne im Haus der Ärzteschaft standen Dr. med. Carsten König, Allgemeinmediziner und stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein, Dr. med. Joachim Wichmann, Facharzt für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde aus Krefeld, sowie Dr. med. Monika Stichert, Arbeitsmedizinerin bei der KV Nordrhein. Ihr Thema war die Grippeschutzimpfung: „Die Influenzaviren der Varianten A oder B unterscheiden sich von den rund 100 verschiedenen Viren- Arten, die einen Infekt verursachen können“, erklärte die Expertin und machte klar, dass man sich bei einer echten Virusgrippe schlagartig schwer krank fühlt. Infekte beginnen dagegen eher schleichend und steigern sich meist innerhalb einer Woche langsam mit Halskratzen und „laufender“ Nase.

Alle Viren werden von Mensch zu Mensch mittels Tröpfcheninfektion durch Husten oder Niesen weiteregegeben. Man kann sich aber auch über eine Schmierinfektion anstecken, indem man beispielsweise einer erkrankten Person die Hand gibt und nachher unbewusst sein eigenes Gesicht berührt. „Es ist ganz wichtig, die Verbreitung der Viren einzudämmen“, sagt Dr. med. Carsten König und weist darauf hin, dass man seine Hände regelmäßig desinfizieren sollte – vor allem in öffentlichen Gebäuden und in Arztpraxen. Letztere solle man besser nicht besuchen, wenn das Wartezimmer voll besetzt ist, um sich keinen Infekt zu holen.

Hausmittel und Phythopharmaka

Hausmittel wie Wadenwickel bei Fieber oder das Inhalieren salzhaltiger Lösungen sind laut König oft zu Unrecht in Vergessenheit geraten: „Sie helfen immer noch“, betont der Experte. Dr. med. Joachim Wichmann stellt die Vorteile von Phytopharmaka – also Mittel auf pflanzlicher Basis – bei einer Therapie in den Vordergrund. So können etwa bei trockenem Reizhusten Eibisch, Malve, Spitzwegerich, Huflattich oder Isländische Flechte hilfreich sein, um den Hustenreiz in den Griff zu bekommen. Gegen eine akute Bronchitis könnte die Pelargonie ein Mittel sein.

Vor allem Menschen, die älter als 60 Jahre sind, und Schwangere sollten sich laut Arbeitsmedizinerin Dr. med. Monika Stichert gegen Grippe impfen lassen. Aber auch für Pflegekräfte und alle, die Kontakt zu vielen Personen haben, ist dies zu empfehlen. „Jede Impfung zählt – sonst ist die Schutzrate zu gering, was vor allem Menschen mit schwachem Immunsystem oder anderen Erkrankungen stark betrifft“, sagt die Spezialistin.

Natscha Plankermann

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