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Unlesbare eGK Generation 1: Ersatzverfahren anwenden

29.09.2017 Praxisinfos

Mit den elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der ersten Generation könnte es ab 1. Oktober 2017 zu Schwierigkeiten beim Einlesen kommen. Inzwischen haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV- Spitzenverband darauf verständigt, wie Ärzte und Psychotherapeuten verfahren sollen, wenn Patienten mit einer nicht-einlesbaren eGK der ersten Generation (G1) in ihre Praxis kommen: Praxen sollten in solchen Fällen das Ersatzverfahren anwenden. Damit erhalten Praxen ihr Honorar wie gewohnt und müssen ihre Leistungen dem Patienten nicht privat in Rechnung stellen.

Der GKV-Spitzenverband hat der KBV die Zusage gegeben, dass die betroffenen Ärzte und Psychotherapeuten die Leistungen mittels Ersatzverfahren auch dann abrechnen können, wenn der Patient bis Ende des Quartals keine neue eGK vorlegt.

Das sollten die Praxen wissen:

  • Nur die Karten der ersten Generation (G1) können ab 1. Oktober nicht mehr in das Praxisverwaltungssystem eingelesen werden. G1 plus-Karten und G2-Karten sind weiterhin gültig.
  • Die alten G1-Karten unterscheiden sich optisch nicht von den G1 plus-Karten. Praxen sollten deshalb wie gewohnt jede eGK einlesen. Sollte darunter eine G1-Karte sein, wird sie durch die Praxissoftware erkannt und vom System abgelehnt. Die Generationsnummer ist auf der eGK rechts oben unter dem Schriftzug „Gesundheitskarte“ aufgedruckt. Dabei steht bei Karten der Generation 1 und bei Karten der Generation 1 plus jeweils „G1“, bei Karten der zweiten Generation „G2“. Bei Karten mit der Aufschrift „G1“ ist damit äußerlich nicht erkennbar, ob es sich um eine G1- Karte oder eine G1 plus-Karte handelt. Deshalb sollten Praxen diese Karten immer erst einlesen und auf keinen Fall automatisch wegen äußerlichen Merkmalen ablehnen.
  • Lehnt das Praxisverwaltungssystem die eGK ab, empfiehlt es sich, zunächst den Patienten zu fragen, ob er von seiner Krankenkasse bereits eine neue Karte erhalten und vielleicht nur aus Versehen die alte Karte vorgelegt hat. Anderenfalls sollte sich der Patient schnellstens an seine Kasse wenden.
  • Kann der Patient keine neue Karte vorlegen, wendet die Praxis das Ersatzverfahren an. Dazu pflegen sie die Daten des Versicherten, also Name, Vorname und Geburtsdatum, Bezeichnung der Krankenkasse, Versichertenart, Postleitzahl und nach Möglichkeit auch die Krankenversichertennummer, manuell in das Praxisverwaltungssystem ein oder übernehmen die Daten aus dem Patientenstamm. Anschließend bestätigt der Patient auf dem Abrechnungsschein (Vordruck 5), dass er bei der genannten Krankenkasse versichert ist. Sollte er bis Ende des Quartals keine neue Karte vorlegen, können die Leistungen nach Angaben des GKV- Spitzenverbandes mittels Ersatzverfahren trotzdem abgerechnet werden.
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