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Studie zur Situation: Selbsthilfe fördert Therapieadhärenz

22.09.2017 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Einige bezeichnen die Selbsthilfe als „vierte Säule im Gesundheitswesen“, andere stehen ihr eher skeptisch gegenüber. So entscheiden sich Menschen mit chronischen oder schweren Erkrankungen zwar häufig für eine Selbsthilfegruppe – noch häufiger entscheiden sie sich allerdings dagegen.

Woran das liegt, erforschte die Studie „Gesundheitsbezogene Selbsthilfe – Entwicklungen, Wirkungen, Perspektiven (SHILD)“, ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Hamburg, Hannover und Köln, unterstützt von Vertretern der Selbsthilfe und Krankenkassen. Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von mehr als 5.000 Sprechern von Selbsthilfeorganisationen, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen sowie einzelnen Betroffenen.

Die Studie zeigt, dass die Selbsthilfe in der Bevölkerung immer noch wenig bekannt ist und teilweise ein Negativimage besitzt. Dagegen schätzen Ärzte die Gruppendynamik eher positiv ein, denn die Teilnehmer informieren sich über ihre Krankheit und verhalten sich entsprechend dem medizinischen Wissen. Nach wie vor benennen sie den Arzt oder Psychotherapeuten als ersten Ansprechpartner für medizinische Fragestellungen.

Selbsthilfe einbinden

Allerdings wird die Beziehung zwischen Arzt und Gruppe durchaus unterschiedlich wahrgenommen: Das Spektrum der Einschätzung reicht von einem wertschätzenden Kontakt auf Augenhöhe bis hin zu einer befürchteten Konkurrenz. Haben Ärzte positive Erfahrungen mit der Selbsthilfe gemacht, geben sie deren Informationsmaterial gern weiter oder binden diese zum Beispiel im Rahmen von Fachkongressen ein.

„Eine gute Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Selbsthilfe ist nicht unbedingt ein Selbstläufer“, sagt Stephanie Theiß, Leiterin der KOSA (Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen, Ärzte und Psychotherapeuten). Ein Grund: Die Strukturen und Bedarfe innerhalb der Selbsthilfe sind sehr unterschiedlich, ähnlich wie die Rahmenbedingungen in der Praxis. Diese erlauben es nicht immer, auf die Selbsthilfe zuzugehen. Hier hilft die KOSA.

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, begrüßt deshalb das Beratungsangebot: „KOSA steht für mich für patientenorientierte, stets freundliche, kooperative und kompetente Ansprechpartner – ein Erfolgsmodell, das Verständnis und Akzeptanz schafft.“

Kontakt zur KOSA

Telefon 0211 5970 8090
E-Mail

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