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Standard-Schnittstellen: Wechsel der Praxissoftware wird leichter

01.09.2017 KVNO aktuell

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sollen Praxissysteme künftig leichter wechseln und Zusatzmodule flexibler anbinden können. Eine Änderung des Paragrafen 291d im Sozialgesetzbuch Fünf (SGB V) regelt die Integration offener und standardisierter Schnittstellen in Praxisverwaltungs- und Krankenhausinformationssystemen für Softwarehersteller.

Softwareänderungen, die beispielsweise durch den Gesetzgeber erforderlich werden, sollen demnach in allen Systemen auf die gleiche Art erfolgen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sollen dafür jeweils für ihren Sektor offene und einheitliche Schnittstellen definieren.

Das Bild zeigt eine MFA am Computer

Zusatzmodule lassen sich künftig von verschiedenen Herstellern in die Praxisoftware integrieren. (© fotolia | yana_vinnikova)

Umsetzung innerhalb von zwei Jahren

In dem neuen Paragrafen 291d SGB V werden die Softwarehersteller verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren offene und standardisierte Schnittstellen für die Archivierung von Patientendaten und für den Systemwechsel zu schaffen. Diese Frist gilt für die Industrie und läuft, sobald die KBV, die KZBV und die DKG einheitliche Schnittstellen definiert haben. Hierfür wurde keine Frist festgelegt.

„Wir haben uns schon immer für eine Interoperabilität zwischen den Praxisverwaltungssystemen eingesetzt. Ich begrüße es sehr, dass der Gesetzgeber diesen wichtigen Schritt nun gegangen ist. Dadurch sind niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten künftig nicht einseitig an einen Anbieter gebunden“, erklärte Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV.

In jeder Praxissoftware

Die geänderten Regelungen betreffen neben Praxisverwaltungs- und Krankenhausinformationssystemen auch elektronische Programme für Infektionsschutzmeldungen und für die Verordnung von Arzneimitteln.

Nachdem der Bundestag bereits am 1. Juni 2017 eine entsprechende Änderung beschlossen hatte, hat am 7. Juli auch der Bundesrat der Regelung zugestimmt. Neben der jetzigen Änderung behält sich das Bundesgesundheitsministerium das Recht vor, weitere Schnittstellen per Rechtsverordnung festzulegen. Diese bedürfen dann keiner weiteren Zustimmung des Bundesrates.

Marscha Edmonds