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Geschlechtsspezifische Leistungen: Abrechnung neu geregelt

01.09.2017 KVNO aktuell, Praxisinfos

Ärzte können geschlechtsspezifische Leistungen wie die Untersuchung der Prostata oder eine Mammografie seit Juli unabhängig von der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung abrechnen. Entscheidend ist der organbezogene Befund, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitgeteilt.

Bisher galten die Bestimmungen nur, wenn bei einer Person das Geschlecht nicht zugeordnet werden konnte und auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bei Geschlecht ein „X“ für „unbestimmtes Geschlecht“ gespeichert war. Jetzt ist der organbezogene Befund auch bei Patienten mit bestimmtem Geschlecht bei Trans- oder Intersexualität ausschlaggebend. Zur Abrechnung müssen Ärzte die bundeseinheitliche Pseudoziffer 88150 sowie den ICD-10-Kode für Inter- oder Transsexualität angeben.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) kann seit dem 1. Januar 2016 neben den Geschlechtsangaben "weiblich" und "männlich" auch das "unbestimmte Geschlecht" enthalten. Dazu wurde der Wertebereich des Elementes "Geschlecht" auf der eGK um den Wert "X" erweitert.

Mit dieser Änderung wird eine Regelung umgesetzt, die im Personenstandsgesetz vom 1. November 2013 festgelegt ist. Hiernach kann ein Mensch auch ein "unbestimmtes" Geschlecht angeben.

Die Praxisverwaltungssysteme sind in der Lage, diese zusätzliche Angabe auf der eGK zu verarbeiten. Bei Formularen, auf denen ein Geschlecht angegeben werden kann (Muster 5, 6, 10, 10A, 19 und 30), wird mit einem "X" in den beiden Kästchen für weiblich und männlich das "unbestimmte Geschlecht" gekennzeichnet.