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Flunitrazepam seit 2011 stark rückläufig

01.09.2017 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Das lang wirkende Benzodiazepin Flunitrazepam (Rohypnol, Generika) wurde 2011 als Betäubungsmittel eingestuft und kann seitdem nur noch auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Der Gesetzgeber wollte damit die Abgabe des Wirkstoffs mit hohem Abhängigkeitspotenzial stärker kontrollieren. Seitdem wird es seltener verordnet. So wurden 2011 in Nordrhein noch 40.585 Verordnungen des Benzodiazepins zulasten der GKV ausgestellt, 2016 waren es nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung nur noch 9.394.

Flunitrazepam ist zugelassen zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen. In Kombination mit Alkohol wird es aber auch missbräuchlich eingesetzt, als sogenannte K.-o.-Tropfen. Wegen der langen Halbwertszeit wird es als Schlafmittel mit ungünstiger Kinetik angesehen. Hier wären Benzodiazepine mit kürzerer Halbwertszeit, zum Beispiel Oxazepam, zu bevorzugen.

Nach Auskunft der AOK Rheinland/Hamburg entfallen über 60 Prozent der Flunitrazepam-Verordnungen auf Versicherte älter als 65 Jahre. Gemäß Zulassung und Vorgaben in der Arzneimittel-Richtlinie sollten Benzodiazepine nur in Ausnahmefällen länger als vier Wochen eingesetzt werden

HON