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Praxisvertretung richtig regeln: Gut gerüstet in den Urlaub

17.07.2017 KVNO aktuell, Praxisinfos

Die Sommerferien sind gestartet – auch für viele Praxen. Vor dem Urlaub sollten sie die Vertretung regeln.

Vertragsärzte benötigen bereits ab einem Tag Urlaub eine Vertretung. Zudem müssen die Patienten informiert werden. Dies sollte durch einen Aushang an der Praxistür und eine Ansage auf dem Anrufbeantworter erfolgen. Falls die Praxis einen Internetauftritt pflegt, kann auch hier ein markanter Hinweis gesetzt werden.

Bei einer Abwesenheit von mehr als einer Woche muss zudem die zuständige Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung unter Angabe von Anschrift, Telefonnummer sowie Sprechzeiten des Vertreters Kenntnis hiervon erhalten. „Die Einhaltung dieser Regeln sichert die Versorgung der Patientinnen und Patienten, erspart unnötige Wege sowie Telefonate und ist einem guten und stabilen Arzt-Patienten-Verhältnis förderlich“, bekräftigt Dr. med. Andre Schumacher, Vorsitzender der Kreisstelle
Düsseldorf der KV Nordrhein.

Wer darf vertreten?

Der Vertreter muss mit abgeschlossener Weiterbildung im selben Fachgebiet zugelassen sein wie der Arzt, den er vertritt. Im hausärztlichen Bereich darf auch ein Internist einen Allgemeinmediziner vertreten, wenn beide im hausärztlichen Versorgungsbereich tätig sind. Der Vertreter darf nur Leistungen erbringen und abrechnen, für die er und der Vertragsarzt, den er vertritt, qualifiziert sind. Gegenseitig vertreten können sich Ärzte mit gleicher fachlicher Qualifikation in einer Gemeinschaftspraxis – wie auch angestellte Ärzte und ihre Arbeitgeber.

Checkliste Urlaubsvertretung

Das Bild zeigt einen Kalender und ein Schild mit dem Wort Urlaub.
  • Termine mit Vertreter koordinieren
  • Patienten im Vorfeld informieren: Aushang, Hinweis auf Homepage, AB besprechen
  • KV informieren bei mehr als einer Woche Abwesenheit
  • Qualifikationen des Vertretungsarztes prüfen
  • Berufshaftpflichtversicherungen prüfen

Psychotherapeuten dürfen sich nicht bei probatorischen Sitzungen oder einer genehmigten Psychotherapie vertreten lassen. Das gilt für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Persönliche oder kollegiale Vertretung

Erfolgt die Vertretung innerhalb der gleichen Praxis (persönliche „echte“ Vertretung), darf der Vertreter alle Leistungen erbringen, für die der Vertretene eine Genehmigungen innehat – vorausgesetzt, er verfügt über die entsprechende Sach- und Fachkunde. Lässt sich der Arzt außerhalb seiner Praxis vertreten (kollegiale Vertretung), gelten die entsprechenden Genehmigungen des Vertreters.

Die Berufshaftpflichtversicherung sollte Vertreter und Vertretenden ausreichend absichern. Eine Praxisvertretung außerhalb kollegialer Vereinbarungen muss der eigenen Haftpflichtversicherung zuvor angezeigt werden.

Sigrid Müller

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