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Ratgeberveranstaltung zum Thema Ernährung: Wenn essen krank macht

23.06.2017 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Bauchschmerzen und Durchfall lassen viele Menschen Essen nicht mehr als Genuss empfinden: Die Angst, an einer Allergie, Intoleranz oder Unverträglichkeit zu leiden, geht um. Aufklärung zum Thema „Wenn essen krank macht – Gluten, Laktose und Co.“ brachte eine Ratgeberveranstaltung der KV Nordrhein mit der NRZ und dem Rhein-Boten.

Als Experten standen die Ernährungswissenschaftlerin Dr. med. Ursula Kihm, die Ernährungsberaterin Jennifer Fritz sowie Urs Schaden, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie und Ernährungsmedizin, auf der Bühne im Haus der Ärzteschaft. Ein Überblick über wichtige Antworten auf Fragen der rund 100 Gäste:

Gründe für Unverträglichkeiten?

Funktionelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten beruhen entweder darauf, dass man etwas Giftiges isst (toxisch) oder mit einer Allergie bzw. einer Intoleranz (Bauchschmerzen, Blähungen) auf ein Lebensmittel reagiert. „Rund zwei bis fünf Prozent der Menschen leiden unter einer Allergie. Den geringsten Anteil von 0,5 bis ein Prozent haben die echten Zöliakie-Patienten, die allergisch auf Gluten reagieren. 15 bis 20 Prozent haben eine Intoleranz“, zitierte Dr. Kihm eine Übersicht.

Das Bild zeigt eine Frau, die sich den Bauch hält.

Allergien oder Intoleranzen können sich zum Beispiel Form von in Bauchschmerzen oder Durchfall äußern. In einer Ratgeberveranstaltung referierten Dr. Ursula Kihm und Urs Schaden über Ursachen von Unverträglichkeiten, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.

Als Beispiel nannte sie die Kreuzallergien. So reagieren Menschen, die eine Allergie gegen Birkenpollen haben, unter anderem auf Soja. Übertrieben sensibel können laut der Expertin Reaktionen auf natürliche Aromastoffe oder Zusatzstoffe sein.

Auf welche Weise wird eine Intoleranz oder Unverträglichkeit erkannt? „Der Arzt hört sich an, welche Beschwerden der Patient hat, und schaut sich das Ernährungs- und Beschwerdeprotokoll an“, erklärte Urs Schaden. Besteht etwa der Verdacht auf eine Laktoseintoleranz, so bekommt der Betroffene beim Facharzt 50 Gramm Laktose und in der Atemluft und mittels Beschwerdeprotokoll wird gemessen, ob und wie er darauf reagiert. Ähnliches gilt auch bei der Fruktose- und der Sorbitintoleranz sowie der bakteriellen Fehlbesiedelung. Nahrungsmittelallergien können durch spezielle Blutuntersuchungen und zum Beispiel durch Pricktests über die Haut festgestellt werden.

Wie kann man seine Ernährung umstellen?

Wird eine Laktoseintoleranz festgestellt, so gibt es laut der Ernährungsberaterin Jennifer Fritz mehrere Phasen bei der Umstellung des Speiseplans: In der ersten Phase, der Karenzphase, lässt man die Laktose rund vier Wochen lang weg und führt Protokoll über Beschwerden. In der zweiten Phase, der Testphase, bekommt man über mehrere Wochen Lebensmittel mit einem mäßigen Laktosegehalt, um die individuelle Toleranz festzustellen.

In der Langzeiternährung (Phase drei) geht es darum, einen Speiseplan zusammenzustellen, bei dem man wieder regelmäßig verträgliche Milchprodukte und Nährstoffe wie Kalzium mit Genuss zu sich nehmen kann. Eine Beratung hilft dabei.

Natascha Plankermann


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