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Leitfaden zum Einsatz von DOAKs

11.12.2017 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) hat ihren Leitfaden zum Einsatz direkter oraler Antikoagulantien (DOAK) beim nicht-valvulären Vorhofflimmern im September 2016 aktualisiert. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen in Nordrhein verweisen in ihrer Arzneimittelvereinbarung auf diese Empfehlungen.

In Nordrhein gibt es derzeit keine Quote für den Einsatz von DOAKs im Verhältnis zu Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Die KV Nordrhein und die Krankenkassen empfehlen ein preiswertes DOAK einzusetzen, wenn ein VKA nicht genommen werden kann. Fachärztliche Internisten und Chirurgen sollten für die preiswerten DOAKs eine Quote von mindestens 50 Prozent erreichen.

Die AKdÄ stellt die Studienergebnisse zu den DOAKs vergleichend dar. Nach wie vor sollten entsprechend den Empfehlungen die VKA eingesetzt werden bei Patienten,

  • die mit VKA gut einzustellen sind beziehungsweise
  • deren INR unter bereits bestehender Therapie mit VKA stabil im therapeutischen Bereich liegt (INR >70 Prozent der Zeit im therapeutischen Bereich),
  • mit unsicherer Adhärenz,
  • mit einem hohen Risiko für gastrointestinale Blutungen (zum Beispiel bei Ulcus ventriculi oder duodeni, Ösophagusvarizen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Divertikulitis),
  • mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung (CrCl <30 ml/min),
  • die Arzneimittel einnehmen, für die als Inhi­- bitoren oder Induktoren von Cytochrom- P450-3A4(CYP3A4)- und P-Glykoprotein- (P-gp)-Wechselwirkungen beschrieben sind, sodass laut Fachinformationen eine gleichzeitige Behandlung kontraindiziert ist oder vermieden werden sollte (darunter Dronedaron, Amiodaron, Ciclosporin, Hypericin, Carbamazepin, Azol-Antimykotika, HIV-Proteaseinhibitoren, Verapamil, Clarithromycin),
  • mit mechanischen Herzklappen.

Bei Edoxaban weist die AkdÄ zudem darauf hin, dass laut amerikanischer Food and Drug Administration (FDA) Patienten mit einer normalen Nierenfunktion (CrCl >95 ml/min) diesen DOAK nicht erhalten sollten. Die AKdÄ listet weiter Gründe auf, wann DOAKs eine Option sind oder nach eingehender Prüfung eingesetzt werden sollten.

Dr. Holger Neye

Tabelle: Preisübersicht zu DOAKs und Phenprocoumon

Wirkstoff (Name) Dosis Anzahl Preis [€] Preis pro Tag [€]
Rivaroxaban (Xarelto) 20 mg 1x1 98 St. 320,74 3,27
Dabigatran (Pradaxa) 150 mg 2x1 180 St. 295,45 3,28
Apixaban (Eliquis) 5 mg 2x1 200 St. 266,37 2,66
Edoxaban (Lixiana) 60 mg 1x1 98 St. 253,83 2,59
Phenprocoumon (Marcumar, Generika) 3 mg 1x1 100 St. 17,98 0,18

Preise: Lauertaxe, Stand: 15. Mai 2017

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