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KOSA: MFA-Fortbildungsreihe erweitert

16.05.2017 KVNO aktuell, Praxisinfos

"Selbsthilfe – Unterstützung für Praxis und Patient" – unter diesem Titel hat die Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen, Ärzte und Psychotherapeuten (KOSA) in den letzten acht Jahren über 1.300 Medizinische Fachangestellte (MFA) geschult. Jetzt wird die Fortbildungsreihe erweitert. Zu den bisherigen Schwerpunkt-Themen Krebs, Demenz und Psychische Erkrankungen/Depression kommen zwei neue Module hinzu: Rheuma und Migration.

Patienten mit Migrationshintergrund stellen Ärzte und Praxispersonal immer wieder vor sprachliche und kulturelle Herausforderungen. Da MFA die ersten Ansprechpartner in der Praxis sind, ist es für sie hilfreich zu wissen, wie Migranten über Krankheiten denken, wie sie damit umgehen und wie sie Krankheitssymptome beschreiben.

Das neue Modul „Migration“ im Rahmen der Reihe „Selbsthilfe – Unterstützung für Praxis und Patient“ soll hier Kenntnisse vermitteln. Die KOSA bietet das Seminar erstmals im Mai in Mönchengladbach an. Unterstützung erhält sie von der Deutsch-Türkin Faize Berger, Expertin für Kultursensibilität in der Arztpraxis. Auch Vertreter der örtlichen Selbsthilfekontaktstelle sowie in der Selbsthilfe engagierte Migranten werden das Seminar begleiten.

Das Bild zeigt MFA in einer Fortbildung bei einer Übung.

Zwei MFA versuchen, mit Handschuhen, die eine Rheumaerkrankung simulieren, Schuhe zuzubinden – und müssen feststellen, dass das nicht ohne Weiteres möglich ist.

Ein Thema: Rheuma

Das ebenfalls neue Modul „Rheumatische Erkrankungen“, das die KOSA in Kooperation mit der Rheumaliga NRW entwickelte, hat im März bereits die Feuertaufe bestanden. In Essen veranschaulichte Dr. Ertan Saracbasi-Zender, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie aus Oberhausen, die vielen Gesichter der Erkrankung. Gelenkschmerzen und -schwellungen zählen genauso dazu wie Sehstörungen oder Veränderungen der Haut. Er empfahl den Teilnehmerinnen, auf „Alarmzeichen“ zu achten, wie etwa ein vorsichtiger Händedruck oder ein veränderter Gang des Patienten. Beeindruckt zeigten sich die MFA von den Erfahrungsberichten der Betroffenen.

Fortbildungen aus der Reihe zu anderen Themen stoßen schon lange auf große Resonanz, darunter auch das im März angebotene Seminar aus dem Modul „Depression“ in Dinslaken. Unterstützt durch die Selbsthilfekontaktstelle Wesel und das Sozialpsychiatrische Zentrum Wesel wurden die MFA in einer kleinen Gruppe geschult. Gerrit Scheidt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aus Moers, informierte zudem über die verschiedenen Formen der Krankheit und gab praktische Tipps für den Umgang mit Patienten.

Jana Kortüm

Die MFA-Fortbildungsreihe „Selbsthilfe – Unterstützung für Praxis und Patient“ wird auch in Zukunft fortgesetzt.

Weitere Auskünfte erteilt die KOSA:
Telefon 0211 5970 8090
E-Mail