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Einweisung und Überweisung: Die KV Nordrhein hilft

16.05.2017 Honorar, KVNO aktuell, Praxisinfos

Das Thema ist nicht neu: Krankenhäuser verlangen immer wieder nach erfolgter Überweisung zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus auch noch eine Einweisung in stationäre Behandlung. Oder sie verlangen zusätzlich zur Einweisung ins Krankenhaus auch noch eine Überweisung. Seltener berichten Praxen über die Forderung einer zweiten Einweisung für denselben Behandlungsfall.

In den vergangenen Monaten haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein viele Rückmeldungen über nicht nachvollziehbarer Anforderungen von Krankenhäusern erreicht. Das Einfordern einer Einweisung nach erfolgter Überweisung zur ambulanten Behandlung/Untersuchung löst vergleichsweise häufig Irritationen aus, ebenso die geforderte Einweisung zur „Spezialsprechstunde“ für eine klar erkennbare ambulante Versorgung im Krankenhaus.

Für eine klar erkennbare ambulante Versorgung im Krankenhaus mit einer Einweisung das Fehlen einer Ermächtigung zu umgehen, ist unzulässig. Dies muss im Einzelfall auch der niedergelassene Arzt seinen Patienten verständlich machen – möglichst im Vorfeld.

Ebenso unzulässig ist es, eine Einweisung zur ambulanten Nachsorge anzufordern, etwa zur „Kontrolluntersuchung“ oder zum „Wiedervorstellungstermin“. Genau dies scheint aber häufig zu passieren. Patienten wird von den Kliniken unter Umständen mitgeteilt, dass sie eine Einweisung innerhalb einer bestimmten Frist nachzureichen hätten, ansonsten werde eine Privatrechnung gestellt.

Fehlentwicklungen stoppen

Der niedergelassene Arzt sieht sich häufig Diskussionen mit den Patienten ausgesetzt, die sich von den Kliniken unter Druck gesetzt bzw. ihre schnelle und reibungslose Behandlung gefährdet sehen. Die KV Nordrhein bedient sich aller Wege, um solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken:

  • Die KVNO ist auf die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen mit der Bitte zugegangen, hier zumindest informatorisch auf die Krankenhäuser zuzugehen.
  • Die KVNO kontaktiert im Einzelfall Krankenhäuser, um eine Verhaltensänderung zu bewirken.
  • Die KVNO spricht die Krankenkassen bzw. Krankenkassenverbände immer wieder zu der Thematik an.

Die KV Nordrhein wird das Thema weiterhin und dauerhaft aufgreifen, um solchen Fehlentwicklungen entgegenzutreten.

Dr. med. Karlheinz Großgarten

Zu diesem Thema stellt die KV Nordrhein ein Plakat zur Verfügung. Es soll dem niedergelassenen Arzt helfen, seine Patienten zu informieren und die Häufigkeit ungerechtfertigter Einforderungen von Einweisungen zu reduzieren. Das Plakat sowie ein Musteranschreiben an Kliniken finden Sie hier:

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