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Termin-Servicestelle: Auch für Psychotherapie-Termine

21.03.2017 KVNO aktuell, Praxisinfos

Durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sind die Kassenärztlichen Vereinigungen seit Januar 2016 verpflichtet, Termin-Servicestellen (TSS) zur Vermittlung von Facharztterminen zu betreiben. Ab dem 1. April 2017 müssen sie auch bestimmte Termine bei Psychotherapeuten vermitteln.

Gesetzlich Krankenversicherte haben also die Möglichkeit, über die TSS einen Termin bei einem Psychotherapeuten für eine Erstsprechstunde oder unter bestimmten Voraussetzungen auch für eine Akutbehandlung zu bekommen. Dies stellt ein neues, niedrigschwelliges Versorgungsangebot für die Patienten dar, die damit einen erleichterten Zugang zur Psychotherapie erhalten.

Patienten können sich dabei direkt an den Psychotherapeuten wenden oder über die Termin-Servicestelle gehen. Einer Überweisung bedarf es hierbei nicht.

Das Bild zeigt eine Frau im Gespräch mit einer Psychotherapeutin. Foto: WavebreakmediaMicro | fotolia

Termine für Psychotherapien sind gefragt. Dieser Ausgabe von KVNO aktuell liegt ein Vordruck bei, mit dem Psychotherapeuten Termine melden können, die die TSS bei Bedarf vermitteln würde.

Patienten, die sich wegen einer Akutbehandlung an die Termin-Servicestelle wenden, müssen allerdings zuvor eine psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht haben. Denn Voraussetzung für die Vermittlung eines solchen Termins ist, dass der Psychotherapeut in der „individuellen Patienteninformation“ eine Empfehlung für eine Akutbehandlung ausgesprochen hat.

Die individuelle Patienteninformation erhalten die Patienten nach einem Erstgespräch in der Psychotherapeutischen Sprechstunde. Sie umfasst das Ergebnis und die Empfehlung für das weitere Vorgehen. Dafür gibt es ab April das neue Formular PTV 11 (siehe hierzu den Beitrag über die Psychotherapie-Richtlinie ab Seite 2). Patienten erhalten hierfür einen zwölfstelligen Code, den der Psychotherapeut auf das Formular PTV11 aufgeklebt.

Die Termin-Servicestellen sind verpflichtet, dem Patienten einen Termin beim Psychotherapeuten innerhalb von vier Wochen anzubieten. Ist dies nicht möglich, sollen sie einen Termin im Krankenhaus vermitteln. Bezahlt werden die von der Klinik erbrachten Leistungen aus dem Honorartopf der niedergelassenen Fachärzte.

Um zu verhindern, dass Geld aus dem Honorar der Fachärzte für die stationäre Versorgung ausgegeben und damit der ambulanten Versorgung in Nordrhein entzogen wird, bitten wir Sie, der KV Nordrhein ausreichend Termine für Erstgespräche und Akutbehandlungen zu nennen.

Miriam Mauss

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