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HaLT Cologne: Gegen Alkoholabusus bei Jugendlichen

21.03.2017 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Immer mehr Jugendliche in Deutschland werden mit Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert. Zwischen 2000 und 2012 stieg die Zahl nach Angaben der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren um 80 Prozent. Dieser Entwicklung soll das Projekt „Hart am Limit“ (HaLT) Cologne entgegenwirken. Um möglichst früh eingreifen zu können, setzt es auch auf die Unterstützung durch niedergelassene Ärzte.

Obwohl die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Jugendlichen mit Alkoholvergiftung zuletzt leicht zurückging, ist sie dennoch auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Studien zu möglichen Langzeitfolgen zeigen, dass eine Intervention unumgänglich ist, denn betroffene Jugendliche sind besonders gefährdet, im Erwachsenenalter alkoholabhängig zu werden.

Die Grafik zeigt Krankenhauseinweisungen Minderjähriger wegen akuter Alkoholintoxikation.

Krankenhauseinweisungen Minderjähriger wegen akuter Alkoholintoxikation

Die steigenden Fallzahlen von Jugendlichen mit Alkoholintoxikation zwangen eine Kölner Klinik zum Handeln: Sie bat die Drogenhilfe Köln um Unterstützung bei der Betreuung jugendlicher Koma-Säufer. Beschlossen wurde daraufhin, das Modellprojekt HaLT in Köln zu starten.

Jugendlichen, die mit einer Alkoholintoxikation in eine Klinik eingeliefert werden, wird eine umfassende Betreuung angeboten. Dazu gehören sowohl Einzelgespräche mit den betroffenen Jugendlichen und deren Eltern sowie Gruppengespräche, sogenannte Risikochecks. Interaktiv lernen die Jugendlichen dort, ihr Risikoverhalten besser einzuschätzen.

Für die Beratungsgespräche ist die Einwilligung von Jugendlichen und Eltern nötig. Sie können jedoch auch ohne den jeweils anderen Familienteil durchgeführt werden. Das Angebot ist für die Betroffenen kostenlos.

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, unterstreicht die Bedeutung des Projekts. „Das Angebot von HaLT findet bei den Jugendlichen hohen Zuspruch und ist erwiesenermaßen erfolgreich. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein unterstützt das Projekt gern.“

Durch die Hilfe niedergelassener Ärzte möchte die Drogenhilfe Köln Jugendliche erreichen, bevor sie in der Klinik landen. Sollte ein Arzt bei einem seiner Patienten Hinweise auf übermäßigen Alkoholkonsum wahrnehmen, sollte er den Jugendlichen oder die Eltern auf das Projekt aufmerksam machen.

Stephanie Theiss

HaLT Cologne betreut Jugendliche in Köln und im Rhein-Erft-Kreis. In Nordrhein ist das Projekt außerdem an den Standorten Wesel, Bottrop, Essen, Duisburg, Wuppertal, Düsseldorf, Neuss, Düren, Bonn und Euskirchen vertreten. Kontaktdaten und Informationsmaterialien erhalten Sie bei der KOSA, Telefon 0211 5970 8090, E-Mail

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