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Patientenveranstaltungen: Guter Rat für guten Schlaf

30.01.2017 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Mit dem Schlaf und seinen Begleiterscheinungen beschäftigten sich die jüngsten Patientenveranstaltungen der KV Nordrhein in Kooperation mit der Volkshochschule in Köln und dem Rheinboten in Düsseldorf. Ärzte und Therapeuten informierten die jeweils rund 60 Zuhörer über die Voraussetzungen gesunden Schlafes, mögliche Störungen wie das Schnarchen und das nächtliche Traumtheater. „Wer am besten schlafen kann, wird zum König gekrönt“ – so heißt es zu Beginn von Michael Endes Kinderbuch „Das Traumfresserchen“.

Mit dieser Geschichte stimmte KVNO-Sprecher Dr. Heiko Schmitz das Publikum bei den jüngsten Ratgeber-Veranstaltungen der KV Nordrhein auf den Abend ein. Unter dem Titel „Winterschlaf statt Weihnachtsstress – warum gut schlafen so wichtig ist“ referierten im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft der Pneumologe und Schlafmediziner Dr. Johannes Uerscheln, die Psychoanalytikerin Dr. Stefanie Rosenfeld und HNO-Arzt Dr. Joachim Wichmann.

Das Bild zeigt eine blonde Frau mit einer Schlafmaske auf der Stirn, die sich im Bett streckt. Foto: YakobchukOlena | Fotolia

Dreiviertel der Deutschen schlafen gut. Ein Viertel berichtet über Schlafstörungen. Dafür kann es psychische oder organische Ursachen geben.

Eine der wesentlichen Fragen lautete: Wie viel Schlaf braucht der Mensch? „Es gibt keinen optimalen Wert, jeder hat seine individuelle Schlafdauer“, sagte Uerscheln. Allerdings benötigten Ältere in der Regel weniger Bettruhe als Jüngere. Sei die Harmonie der tiefen und leichten Schlafstadien gestört, bleibe die Erholung aus. Sie könne auch durch Albträume verhindert werden, deren Hintergründe sich in einer Psychotherapie herausarbeiten lassen – darauf wies Rosenfeld hin.

Leichte und schwere Schlafstörungen

Was kann guten Schlaf verhindern? Die Bandbreite reicht von Ein- und Durchschlafproblemen bis zu Atem-Unterbrechungen (Apnoe). Unter vielen Behandlungsmöglichkeiten stellte Wichmann die Therapie mit Überdruckbeatmungsgeräten und Zahnschienen vor, wies aber auch auf Operationsmöglichkeiten hin: „Schafstörungen müssen individuell untersucht werden.“ Auch „Schlafhygiene“ hilft: rechtzeitig ins Bett gehen, davor wenig Alkohol trinken und nicht am Laptop arbeiten. Entspannungsübungen und eine warme Dusche mit anschließender Abkühlung fördern das Einschlafen.

In Köln erklärte Internist Dr. Dirk Rudolph, warum der Schlaf wissenschaftlich betrachtet noch immer ein großes Rätsel darstellt – trotz der inzwischen besser erforschten körperlichen und psychischen Vorgänge. Sicher ist: Schlafen wir nicht genug, drohen Bluthochdruck oder Depressionen. Auf das eng mit dem Schlaf verbundene Schnarchen ging HNO-Arzt Dr. Jürgen Zastrow ein.

Er zeigte, welche Formen des Schnarchens es gibt und wie man sie behandeln kann. Christoph Wörsdörfer, Psychologischer Psychotherapeut, begab sich auf die Spur der Träume und unserer Erinnerung daran. Ein König wurde nicht gekrönt – aber eingeschlafen ist auch niemand.

Natascha Plankermann | Dr. Heiko Schmitz


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