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KV Nordrhein beweist Innovationskraft: Drei Anträge, drei Zusagen

30.01.2017 KVNO aktuell

Im Rennen um die begehrten Finanzmittel aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses hat sich die KV Nordrhein in der ersten Ausschreibungsrunde mehrfach durchgesetzt. So starten im Rheinland gleich drei bundesweit beachtete Projekte.

Neuropsychiatrische und psychotherapeutische Versorgung (NPPV)

Das Projekt etabliert eine gestufte und koordinierte Versorgung von Menschen mit psychischen und neurologischen Erkrankungen (wir berichteten). Konkret erhalten betroffene Patienten die Möglichkeit, einen Bezugsarzt oder -psychotherapeuten zu wählen, der die komplette Therapie steuert und organisiert.

Dabei stehen auch neue, ergänzende Therapiemodule wie niedrigschwellige Gruppenbehandlungen oder soziale Dienste zur Verfügung. So soll die Behandlungsqualität für Patienten verbessert und Chronifizierung eher vermieden werden, zum Beispiel durch kürzere Wartezeiten und zeit- und zuwendungsintensivere Erstkontakte. Weiteres Ziel ist die zielgerichtete Inanspruchnahme der knappen zeitlichen Ressourcen von Ärzten und Psychotherapeuten. Das Projekt startet am 1. April, Projektleiter ist Dr. Karlheinz Großgarten, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs 5. 

Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen (RESIST)

Das Projekt soll einen verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika fördern und so langfristig zur Vermeidung weiterer Antibiotika-Resistenzen beitragen.

Im Zentrum des Projektes stehen die Arzt-Patienten-Kommunikation und die gemeinsame Entscheidungsfindung bei der Arzneimitteltherapie. Diese wird unterstützt durch Online-Schulungen für Mediziner und Infopakete für Patienten.

Das Projekt RESIST, das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dem Verband der Ersatzkassen und elf Kassenärztlichen Vereinigungen umgesetzt wird, startete offiziell im Januar 2017 und dauert drei Jahre. Projektleiter ist Dr. Holger Neye, Leiter der Verordnungsberatung.

Accountable Care in Deutschland – Verbesserung der Patientenversorgung durch Vernetzung von Leistungserbringern und informierten Dialog (ACD)

Das Projekt thematisiert vermeidbare Krankenhausfälle. Unter der Konsortialführung von Prof. Leonie Sundmacher werden auf der Ebene „virtueller“ Arztnetze zunächst Erfolgsfaktoren bzw. Barrieren für das Auftreten vermeidbarer Krankenhausfälle identifiziert. In einem zweiten Schritt sollen in den KV-Regionen Hamburg, Nordrhein, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe Strategien zur Reduzierung vermeidbarer Krankenhausaufenthalte umgesetzt und evaluiert werden. Bausteine sind dabei Feedback-Berichte an Ärzte und eine intensive Qualitätszirkelarbeit. Das Projekt startet am 1. April, Projektleiterin ist Simone Grimmeisen vom Referat Gesundheitspolitik.

Simone Grimmeisen