Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

„Alle Arten von Herzinsuffizienz erfassen“

30.01.2017 DMP, KVNO aktuell, Praxisinfos

In Zukunft könnte es auch ein DMP für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im August 2017 darüber beschließen. Danach könnte das Modul Herzinsuffizienz, das derzeit Bestandteil des DMP Koronare Herzkrankheit ist, in ein eigenes Behandlungsprogramm überführt werden. Wir sprachen mit dem Bonner Kardiologen Dr. Jochen Kuhl über das geplante DMP.

Wie viele Ihrer Patienten wären Kandidaten für ein DMP Herzinsuffizienz?

Unsere kardiologische Gemeinschaftspraxis weist in der Quartalsabrechnung zirka 2.000 Scheine auf, davon kommt für das DMP Herzinsuffizienz sicherlich mindestens ein Zehntel der Patienten in Frage.

Das Bild zeigt Dr. Jochen Kuhl.

Dr. Jochen Kuhl

Welche Chancen bietet ein eigenes DMP Chronische Herzinsuffizienz?

Die Chance eines eigenen DMP besteht in der vollumfänglichen Erfassung aller Arten der Herzinsuffizienz, auch der nicht durch eine koronare Herzkrankheit bedingten Formen. Au­ßerdem erhielten die betroffenen Patientinnen und Patienten überall eine leitliniengerechte Behandlung.

Gibt es auch Risiken wie zu viel Bürokratie oder konkurrierende Qualitätsziele bei multimorbiden Patienten?

Den Risiken einer überbordenden Bürokratie oder einer Konkurrenz der Qualitätsziele kann und muss man entgegentreten durch klare Definition der einzelnen Diagnosen, also zum Beispiel KHK: Herzinfarkt oder auffälliger Herzkatheter in der Vorgeschichte, Diabetes: HbA1c größer 6,5 % und Herzinsuffizienz: NT-proBNP größer 400 pg/ml.

Was wünschen Sie sich von dem geplanten DMP?

Möglichst wenig Bü­rokratie sollte das Behandlungsprogramm belasten. Da sich Formulare in den Programmen wohl nicht ganz vermeiden lassen, sollten sie aber möglichst kurz und präzise sein. Die Formulare sollten am besten in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen erstellt werden. Wichtig ist auch, dass der NT-proBNP-Wert als hartes Diagnosekriterium berücksichtigt wird; das Erheben der Werte sollte unser Laborbudget nicht belasten.

Die Fragen stellte Frank Naundorf.

Drucken
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Infos zum Datenschutz