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Strukturierte Behandlungsprogramme in Nordrhein: Chronisch Kranke profitieren von DMP

30.01.2017 DMP, KVNO aktuell, Praxisinfos

Je länger die Patienten in den Disease-Management-Programmen (DMP) zu Asthma, COPD, Diabetes mellitus Typ 1 und 2 sowie zur Koronaren Herzkrankheit (KHK) versorgt werden, desto besser entwickeln sich die gesetzten Zielwerte und somit die Gesundheit der Betroffenen.

Der aktuelle Qualitätssicherungsbericht der Nordrheinischen Gemeinsamen Einrichtung DMP, basierend auf den Daten des Jahres 2015, zeigt unter anderem, dass in den vergangenen zwölf Jahren bei Diabetikern des Typs 2 die Anzahl von Fußamputationen, neurologischen Schäden und Augenschäden deutlich zurückgegangen sind.

Ebenso wird deutlich, dass die Blutzuckersenkende Therapie wirkt und sich die Werte bei kontinuierlich am DMP teilnehmenden Patienten verbessern. Dieser DMP-Bericht betrachtet erstmals auch explizit die kontinuierliche Teilnahme der Patienten an den DMP und die Versorgung von Patienten, die gleichzeitig in mehreren DMP betreut werden.

Die DMP sind auf eine weitgehend kontinuierliche Teilnahme der Patienten ausgelegt. Je nach Schweregrad der Erkrankung und Betreuungsintensität findet diese in einem quartalsweisen oder halbjährlichen Turnus statt. Jüngere, männliche Patienten neigen eher dazu, Termine nicht regelmäßig einzuhalten.

Das Bild zeigt eine Grafik mit Fakten zu den DMP in Nordrhein.
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Fakten zu den DMP in Nordrhein

Patienten der hohen Altersgruppen und medikamentös Betreute sind dagegen besonders termintreu. Zudem korrelieren hohe Teilnahmekontinuität und positivere medizinische Ergebnisse. Deutlich schlechtere Blutzuckerwerte und ein höheres Herzinfarkt-Risiko zeigen sich zum Beispiel bei jenen Patienten, die unregelmäßig an den Programmen teilnehmen.

Herausforderung: Multi-DMP-Patienten

Seit der Einführung der DMP im Jahr 2010 stieg die Zahl der gesetzlich krankenversicherten chronisch kranken Patienten von zirka 113.000 auf aktuell über 856.000 – der größte Anstieg findet sich beim DMP Diabetes mellitus Typ 2 und Koronare Herzkrankheit. Damit wächst auch die Zahl der an mehreren DMP teilnehmenden Patienten kontinuierlich. Inzwischen existiert eine Gruppe von über 100.000 solcher DMP-Patienten in Nordrhein.

Eine Mehrfachbetreuung bedeutet für die Arztpraxis aber auch aufwändige Dokumentation und eine komplexe Versorgungsarbeit. Bei Patienten, die in den DMP Diabetes, KHK, Asthma und COPD eingeschrieben sind, müssen bis zu sieben medikamentenbezogene Qualitätsziele beachtet werden – eine Herausforderung für den Hausarzt.

Dies könnte sich in Zukunft noch weiter aufsummieren, da der Gemeinsame Bundesausschuss in Berlin derzeit über die Einführung weiterer DMP berät. Besonders für Hausarztpraxen muss aus ärztlicher Sicht schon jetzt darüber nachdacht werden, wie sich der Zeit beanspruchende Dokumentationsaufwand minimieren lässt, ohne den Qualitätsaspekt zu vernachlässigen.

Den DMP-Bericht erstellt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung im Auftrag der gemeinsamen Einrichtung aus Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein, Krankenkassen und Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen.

Sigrid Müller

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