Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Honorarverhandlungen 2017: KBV und GKV-Spitzenverband einigen sich

01.11.2016 Honorar, KVNO aktuell

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) haben sich am 21. September 2016 nach intensiven Verhandlungen über die Weiterentwicklung der Vergütung für die rund 165.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland verständigt. 

Die Vorstellungen der KBV und des GKV-SV lagen zu Beginn der Honorarverhandlungen für das Jahr 2016 weit auseinander. Nachdem die Krankenkassen noch mit einer Absenkungsforderung in die Verhandlungen gegangen waren, konnten am Ende Steigerungen von insgesamt rund einer Milliarde Euro für die Niedergelassenen erzielt werden.

„Insofern ist es sicherlich ein Erfolg der Selbstverwaltung, dass wir nach wochenlangen Diskussionen eine Lösung gefunden haben, die aus unserer Sicht zwar keinen Anlass zu Jubel gibt, aber zumindest zeigt, dass es unstrittig ist, dass wir einen Nachfinanzierungsbedarf in der gesetzlichen Krankenversicherung für die dort tätigen Vertragsärzte und -psychotherapeuten haben“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV.

Die Details der Honorarsteigerung

In Summe ergibt sich für das Jahr 2017 inklusive der neuen Vergütung für das Aufstellen von Medikationsplänen ein Plus von etwa einer Milliarde Euro im Bund. Zunächst gibt es eine Steigerung des Orientierungswertes im kommenden Jahr um insgesamt 315 Millionen Euro. Ab 1. Januar 2017 steigt der Punktwert von 10,4361 Cent auf 10,5300 Cent.

Das Bild zeigt zwei Personen, die sich die Hand geben; Foto: Picture-Factor, Fotolia

Nach wochenlangen Honorarverhandlungen haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband auf eine Honorarsteigerung geeinigt.

Weitere rund 170 Millionen Euro müssen die Krankenkassen für die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung bereitstellen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älterwerdenden Bevölkerung zu decken. Der Bewertungsausschuss beschloss dazu für jeden KV-Bereich zwei regionale Veränderungsraten – für die Morbidität und für die Demografie. Bei den Raten handelt es sich allerdings „nur“ um Empfehlungen.

Bei den Ausgaben für extrabudgetäre Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und ambulantes Operieren wird ausgehend vom Trend der vergangenen Jahre im nächsten Jahr mit einem Plus in Höhe von 330 Millionen Euro gerechnet. Für die Erstellung und Aktualisierung des seit 1. Oktober 2016 geltenden neuen Medikationsplans stellen die Krankenkassen rund 163 Millionen Euro bereit. 

Die vollzogene Einigung auf Bundesebene liefert die Grundlage für die in den kommenden Wochen beginnenden regionalen Honorarverhandlungen, die von den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den regionalen Vertretern der Krankenkassen geführt werden.

Marscha Edmonds

Drucken
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Infos zum Datenschutz