Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Betreuungsstrukturverträge: Erfolgreiche Entwicklung in Nordrhein

21.09.2016 Honorar, KVNO aktuell, Verträge

Vor zwei Jahren hat die KV Nordrhein mit der AOK Rheinland/Hamburg den ersten Betreuungsstrukturvertrag geschlossen. Verträge mit weiteren Kassen folgten. Heute nehmen mehr als doppelt so viele Ärzte an diesen Verträgen wie vor zwei Jahren teil. Die Patientenanzahl hat sich sogar verdreifacht – und das Ärztehonorar ist gestiegen. Der erste Betreuungsstrukturvertrag, den die KV Nordrhein mit der AOK Rheinland/Hamburg (AOK R/H) im Sommer 2014 geschlossen hat, wurde bereits nach kurzer Zeit um besondere Leistungen erweitert. Hierzu zählten unter anderem Zuschläge für Besuchsleistungen. Damit war der Grundstein für die folgende positive Entwicklung gelegt.

Zahl der teilnehmenden Ärzte

Die Tabelle zeigt die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die an den Betreuungsstrukturverträgen mit der AOK R/H, der TK sowie der KKH teilnehmen.

Die Tabelle zeigt die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die an den Betreuungsstrukturverträgen mit der AOK R/H, der TK sowie der KKH teilnehmen.

Zum 1. Juli 2015 schloss die KV Nordrhein Betreuungsstrukturverträge mit der Techniker Krankenkasse (TK) und der Kaufmännischen Krankenkasse – KKH (KKH). Diese binden neben den Hausärzten auch Fachärzte ein, der Vertrag mit der TK zudem psychologische Psychotherapeuten. Neben Erweiterungen der bestehenden Verträge hat die KV Nordrhein zum 1. Juli 2016 auch mit dem BKK-Landesverband Nordwest einen Betreuungsstrukturvertrag geschlossen. Bereits zum Start des Vertrags nahmen 32 Betriebskrankenkassen mit insgesamt rund 600.000 Versicherten teil.

Zahl der Behandlungsfälle

Die Tabelle zeigt die Zahl der Patienten, für die Praxen eine Betreuungspauschale erhalten haben.

Die Tabelle zeigt die Zahl der Patienten, für die Praxen eine Betreuungspauschale erhalten haben.

Mehr teilnehmende Ärzte und Patienten

Sowohl die Zahl der teilnehmenden Ärzte als auch die der geförderten Patienten entwickeln sich seit dem Start der Betreuungsstrukturverträge positiv: Im 3. Quartal 2014 nahmen 1.705 Hausärzte am Betreuungsstrukturvertrag der AOK R/H teil. Im 1. Quartal 2016 hat sich die Zahl auf 3.607 erhöht. Die Zahl der teilnehmenden Ärzte hat sich damit mehr als verdoppelt. Die Zahl der teilnehmenden beziehungsweise geförderten Patienten hat sich in der Zeit vom 3. Quartal 2014 bis zum 1. Quartal 2016 sogar mehr als verdreifacht. Grund hierfür sind unter anderem die neu abgeschlossenen Verträge zum 1. Juli 2015 mit der TK und der KKH.

Honorar der Hausärzte

Die Darstellung zeigt, wie sich die Vergütung der Hausärzte für Versicherte der AOK R/H im 1. Quartal 2016 zusammensetzt.

Die Darstellung zeigt, wie sich die Vergütung der Hausärzte für Versicherte der AOK R/H im 1. Quartal 2016 zusammensetzt. Fast zehn Prozent der gesamten Vergütung resultieren aus dem Hausärzte-Strukturvertrag.

Anstieg des Honorars

Die Betreuungsstrukturverträge haben auch zu einem Anstieg des Honorars der nordrheinischen Ärzteschaft beigetragen. Denn sie verbessern die Versorgung multimorbider Patienten und sehen darüber hinaus vor, die ärztliche Versorgung von Patienten in der häuslichen Umgebung und in Pflegeheimen zu optimieren. Über alle Verträge gesehen hat sich das Honorar mehr als versechsfacht.

Ein Großteil des Honoraranstiegs entfällt hierbei auf die Förderung der Besuchsleistungen, die in allen geschlossenen Betreuungsstrukturverträgen verankert ist und eine Besonderheit in Nordrhein darstellt. Hierbei handelt es sich um einen Beitrag zur besseren Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung.

Verträge steigern Honorar

Die Tabelle zeigt die Entwicklung des Honorars über alle Betreuungsstrukturverträge.

Die Tabelle zeigt die Entwicklung des Honorars über alle Betreuungsstrukturverträge. Darin enthalten sind Betreuungspauschalen, Zuschläge zu Besuchen, Überleitungsmanagement und Arzneimittelcheck.

Die Betreuungsstrukturverträge tragen außerdem dazu bei, dass das bestehende Vergütungssystem durch zusätzliche, extrabudgetäre Zuschläge ergänzt wird. Denn die Verträge über die hausarztzentrierte Versorgung (HZV-Verträge) ersetzen lediglich die Regelversorgung.

Der Fokus bei den Betreuungsstrukturverträgen liegt auf der Behandlung chronisch kranker und betreuungsintensiver Patienten und erfordert keine weiteren zusätzlichen Teilnahmevoraussetzungen von den Ärzten, wie es beispielsweise die HZV-Verträge vorsehen, (zum Beispiel Blutdruckmessgeräte oder Spirometer mit FEV1-Bestimmung). Auch die unbürokratische Abrechnung trägt dazu bei, dass die extrabudgetäre Vergütung durch die Betreuungsstrukturverträge steigt.

Entwicklung der Verträge hält an

Zum 1. April und 1. Juli 2016 hat die KV Nordrhein mit der AOK Rheinland/Hamburg und der TK die Aufnahme einer zusätzlichen Aufwandspauschale vereinbart: für die erstmalig gesicherte Kodierung von Diagnosen. Dies wird mit 5 Euro je Behandlungsfall vergütet. Der Abschluss des Betreuungsstrukturvertrages mit den BKKen wird sich zusätzlich positiv auf die Umsätze der teilnehmenden Ärzte auswirken. Darüber hinaus bleibt abzuwarten, ob weitere Krankenkassen Betreuungsstrukturverträge mit der KV Nordrhein abschließen.

Anja Tietje

Drucken