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Es geht ums Geld: Fragen Sie unsere Abrechnungsberater

23.06.2016 Honorar, KVNO aktuell

Sie haben Fragen zum Honorar? Dann wenden Sie sich doch einfach an die Abrechnungsberater der KV Nordrhein. Zum Service gehört auch die Analyse Ihrer Abrechnungen oder RLV-Simulationsberechnungen, die zeigen, wie sich Umsätze durch eine neue Praxiskonstellation verändern können. Eine Auswahl typischer Fragen haben wir für Sie zusammengestellt– natürlich mit der dazugehörenden Antwort.

RLV und QZV

Wir sind eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) mit zwei Ärzten und manche Patienten werden im Quartal bei uns beiden vorstellig. Wer bekommt den Behandlungsfall fürs Regelleistungsvolumen (RLV) zugerechnet? Ist es entscheidend, wer die Versicherten-/Grundpauschale als Erstes abgerechnet hat?

Nein. Die RLV-Behandlungsfälle einer Praxis werden seit dem 1. Quartal 2014 über die RLV-Arztfälle auf die einzelnen Ärzte verteilt. Es ist also nicht entscheidend, wer den Erstkontakt mit dem Patienten hatte und die Grundpauschale/Versichertenpauschale als Erster angesetzt hat. Alle Arztfälle mit RLV-Leistungen rechnet die KV zusammen, daraus werden Anteile je Arzt ermittelt und diese dann mit der Behandlungsfallzahl der Praxis multipliziert und auf die einzelnen Ärzte verteilt. Deswegen haben die Behandlungsfälle in der RLV-Mitteilung je Arzt auch oft Stellen hinter dem Komma.

Wir sind eine BAG mit zwei Ärzten. Mein Kollege ist neu niedergelassen. Wird unser gesamtes RLV bzw. werden unsere qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) mit der aktuellen Behandlungsfallzahl berechnet?

Nein. Das RLV/QZV wird in einer BAG arztbezogen ermittelt. Das RLV/QZV der über vier Jahre niedergelassenen Fachärzte basiert auf der Behandlungsfallzahl des Vorjahresquartals. Die aktuellen Fallzahlen wirken sich auf das RLV/QZV des jeweiligen Quartals im nächsten Jahr aus.

Anders bei den Fachärzten in den ersten 16 Niederlassungsquartalen und für Hausärzte und Pädiater: Bei ihnen ist die Behandlungsfallzahl des aktuellen Quartals Grundlage der RLV/QZV-Berechnung. Bei den Hausärzten und Pädiatern gibt es dabei noch eine Regelung: Steigt die Fallzahl aller Hausärzte in Nordrhein im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent oder mehr, ist das Fallzahlwachstum der Hausärzte, die länger als vier Jahre niedergelassen sind, auf maximal 5 Prozent begrenzt.

Wie werden QZV-Leistungsfälle in einer BAG unter allen Ärzten verteilt?

Die KV ermittelt bzw. berechnet die QZV arztbezogen analog zum RLV. Achtung: Manche QZV wie Ultraschall oder Psychosomatische Grundversorgung setzen jedoch eine Abrechnungsgenehmigung voraus.

Habe ich als neu niedergelassener Arzt auch ein RLV/QZV?

Ja, der Unterschied zwischen jungen und etablierten Fachärzten besteht darin, dass die KV die RLV/QZV für Jungärzte auf Basis der aktuellen Fallzahl berechnet. Für etablierte Ärzte hingegen dient die Fallzahl aus dem Vorjahr als Basis.

Ist mein Fallzahlwachstum begrenzt?

Nein. Bei etablierten, also mehr als vier Jahre niedergelassenen Fachärzten führen gesteigerte Fallzahlen allerdings erst im jeweiligen Quartal des nächsten Jahres zu einer Steigerung des RLV/QZV. Mit der Fallzahl steigen aber meist auch die Leistungen außerhalb des RLV/QZV – und das macht sich direkt im Abrechnungsquartal bemerkbar.

Gibt es den Kooperationszuschlag von 10 Prozent auch für angestellte Ärzte?

Ja. Den Zuschlag erhalten angestellte Ärzte, wenn an einem Standort zwei Ärzte tätig sind, egal ob angestellt oder niedergelassen. Eine Ausnahme: Jobsharing-Partner oder angestellte Ärzte im Jobsharing erhalten keinen Kooperationszuschlag.

Gibt es Leistungssteigerungsmöglichkeiten beim Jobsharing bzw. bei der Beschäftigung von Entlastungs- oder Weiterbildungsassistenten?

Im Jobsharing ist eine Leistungssteigerung möglich bis zur Punktzahlobergrenze; betroffen sind nur die in Punkten bewerteten Leistungen. Achtung: Wenn Sie die Grenze überschreiten, dann kürzt die KV alle punkt­bewerteten Leistungen, also sowohl RLV/QZV-Leistungen als auch Leistungen außerhalb der RLV/QZV.

Bei der Beschäftigung von Entlastungs- oder Weiterbildungsassistenten gibt es keine Punktzahlobergrenze, denn es sollte keine Leistungsausweitung stattfinden. Ein Entlastungsassistent unterstützt eine(n) Praxisinhaber(in) in Zeiten der Kindererziehung oder Pflege von Familienangehörigen. Ein Weiterbildungsassistent ist zur Weiterbildung – und sollte auch nicht zur Leistungsausweitung führen.

Psychotherapeutische Leistungen

Werden die Therapieleistungen voll bezahlt oder gibt es Begrenzungen?

Seit 2013 werden Leistungen der Psychotherapie nach Kapitel 35.2 und die Probatorischen Sitzungen nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 35150 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) für Psychotherapeuten als Einzelleistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlt. Die Leistungen werden also unbegrenzt zum aktuellen EBM-Preis vergütet.

Wie viele Therapien bzw. Therapieleistungen sind bei einer vollen Zulassung plausibel? Wieviel bei einer halben?

Nach der Plausibilitätsrichtlinie werden in jedem Quartal für jede Praxis bzw. jeden Arzt oder Psychotherapeuten sowohl Tages- als auch Quartalsprofile erstellt. In die Tagesprofile bzw. Quartalsprofile werden die Leistungen einbezogen, für die im EBM (Anhang 3) eine Prüfzeit fixiert ist. Für eine Therapiesitzung sind dort 70 Minuten angesetzt.

Das Aufgreifkriterium für das Tagesprofil gilt als überschritten, wenn an drei Tagen Leistungen von insgesamt mehr als zwölf Stunden abgerechnet wurden. Im Quartalsprofil gilt das Aufgreifkriterium, wenn bei einem vollen Versorgungsauftrag Leistungen von mehr als 780 Stunden abgerechnet werden. Der Umfang der Tätigkeit wird berücksichtigt: Beim halben Versorgungsauftrag sind 390 Stunden pro Quartal die Grenze.

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