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Humangenetik: Neue GOP und extrabudgetäre Leistungen

03.05.2016 Honorar, KVNO aktuell, Praxisinfos

Künftig sind die humangenetischen Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) in konstitutionelle genetische Untersuchungen und in tumorgenetische Untersuchungen gegliedert. Im Kapitel 11 verbleiben die konstitutionellen genetischen Untersuchungen als neugefasster Abschnitt 11.4. Die tumorgenetischen Leistungen stehen als neuer Abschnitt 19.4 im Kapitel 19. Mittels dieser Differenzierung werden die genetischen Leistungen im EBM an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.

Die ärztlichen Kosten und die Gemeinkosten der konstitutionellen und tumorgenetischen Laborleistungen wurden in Pauschalen zusammengefasst. Diese Pauschalen sind je Fall berechnungsfähig (GOP 11301 bis 11303 und GOP 19401 bis 19403). Auch wurden die GOP für die genetische Diagnostik syndromaler oder seltener Erkrankungen in einem eigenen Unterabschnitt 11.4.3 zusammengeführt.

Die Voraussetzungen für die Abrechnung von Leistungen des Abschnitts 11.3 und für die neuen Abschnitte 11.4 und 19.4 bleiben bis auf eine Anpassung bei den Kinder- und Jugendärzten gleich. Diese müssen nun die „entsprechenden Voraussetzungen“ des Abschnitts 11.4 beziehungsweise 19.4 erfüllen.

Ab 1. Juli werden zudem einige genetische Leistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlt. Hierzu zählen umfangreiche – von der Krankenkasse des Versicherten vorab zu genehmigende – humangenetische Analysen (GOP 11449 und 11514), die Companion-Diagnostic (Unterabschnitt 19.4.4) sowie die allgemeine Tumorgenetik (Unterabschnitt 19.4.2). Für letztere Leistungen ist die Regelung bis zum 30. Juni 2020 befristet. Zur extrabudgetären Vergütung müssen jedoch noch Gespräche mit den Krankenkassen geführt werden.

Die Überarbeitung der humangenetischen Beurteilungen und der genetischen In-vitro-Diagnostik der EBM-Abschnitte 1.7.4, 1.7.5 und 8.5 ist zum 1. April 2017 geplant.

Der Bewertungsausschuss (BA) hatte am 11. März 2016 neben zahlreichen Beschlüssen zum EBM auch die Weiterentwicklung der humangenetischen Laborleistungen zum 1. Juli 2016 beschlossen. Aufgrund des Beschlusses sind zudem Anpassungen in § 24 Abs. 8 und § 25 Abs. 2 Nr. 2 des Bundesmantelvertrages erforderlich.

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