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Honorarvereinbarung in Nordrhein: Honorar steigt 2016 um gut drei Prozent

03.05.2016 Honorar, KVNO aktuell

Recht früh in diesem Jahr vermeldeten die KV Nordrhein und die nordrheinischen Krankenkassen eine Einigung bei den Honorarverhandlungen. Sie einigten sich auf ein Honorarplus für die Vertragsärzte von etwas mehr als drei Prozent.

Das Honorarplus entspricht einem Gesamtvolumen von knapp 83 Millionen Euro und setzt sich zusammen aus Vorgaben der Bundesebene sowie regionalen Verhandlungsergebnissen. Die Umsetzung der Bundesvorgaben inklusive der Anhebung des Orientierungspunktwerts (OPW) um 1,6 Prozent auf 10,4361 Cent sowie die Berücksichtigung der Veränderungsraten bei Morbidität und demografischer Entwicklung (plus 1,4 Prozent) führen zu einer Steigerung von rund 2,9 Prozent.

"Die Steigerung bei unserer Veränderungsrate zeigt, dass sich gutes Kodieren lohnt, auch wenn es unsere Mitglieder bisweilen nervt", sagt Bernhard Brautmeier, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Dazu kommt eine Nachvergütung für die "Grippewelle" in 2013 von rund einer Million Euro für die Fach- und Hausärzte. Die geschätzte Gesamtvergütung für 2016 summiert sich damit auf 4,1 Milliarden Euro, von denen 68 Prozent auf die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) und 32 Prozent auf Einzelleistungen entfallen.

Förderungswürdige Leistungen

In der regionalen Vereinbarung ist es der KVNO gelungen, wichtige Bestandteile der Vergütung fortzuführen, etwa die Mittel für förderungswürdige Leistungen (28,68 Millionen Euro), die wie im Vorjahr zu einem großen Teil in die MGV fließen. Für die Förderung besonderer Leistungsbereiche stehen 4,6 Millionen Euro zur Verfügung – davon entfallen 600.000 Euro auf die Förderung von Praxisnetzen. "Damit stehen wir auch im Vergleich mit anderen KVen gut da", betont Brautmeier.

Sämtliche Sonderverträge, zum Beispiel zur Förderung des ambulanten Operierens, werden fortgeführt. Auf Grundlage der Beschlüsse des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Vergütung psychotherapeutischer Leistungen vereinbarten KV und Krankenkassen eine rückwirkende Vergütung für die Jahre 2012 bis einschließlich des dritten Quartals 2015 in Höhe von etwa 22 Millionen Euro. Anspruch auf eine Nachvergütung haben allerdings nur Vertragsärzte und -psychotherapeuten, die für das entsprechende Quartal Widerspruch gegen ihre Honorarbescheide eingelegt hatten.

2017 geht es um Nachholbedarf

Im kommenden Jahr wird es bei den Honorarverhandlungen darum gehen, die trotz der veritablen Steigerungen der vergangenen Jahre immer noch vorhandene Lücke zu schließen, die zwischen den Mitteln für die MGV je Versichertem in Nordrhein und den Mitteln besteht, die anderen KVen zur Verfügung stehen. Nicht umsonst hat sich die KV Nordrhein seit Jahren für die "Konvergenz" stark gemacht. Nachdem die Politik im Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) die Rahmenbedingungen für eine Überprüfung von Vergütungsunterschieden formuliert hat, die nicht auf eine unterschiedliche Morbidität der Bevölkerung zurückzuführen sind, scheint ein Ende des absurden Gefälles in Reichweite.

Verhandlungsergebnis für das Jahr 2016

  Prozent Millionen Euro

Anhebung des Orientierungspunktwertes

+ 1,6 + 43,55
Veränderungsrate
+ 1,3875 + 37,77
Nicht vorhersehbarer Anstieg des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs
+ 0,038 + 1,04
Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung + 3,0255 + 82,36

Dr. Heiko Schmitz

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