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Untersuchungen, Verordnungen, Einweisungen und Überweisungen: Was dürfen Kliniken fordern?

03.05.2016 KVNO aktuell

Sie haben einen Patienten im Krankenhaus eingewiesen oder an dieses überwiesen und alles Erforderliche veranlasst. Doch plötzlich erscheint der Patient wieder in der Praxis, weil das Krankenhaus weitere Untersuchungen oder Einweisungs- oder Überweisungsscheine haben möchte. Was tun?

„Um Praxen dabei zu helfen, unzulässige Anforderungen von Krankenhäusern zurückzuweisen, haben wir auf unserer Homepage einen neuen Bereich mit Informationen zum Umgang mit diesen Anforderungen erstellt. Dazu gehört auch ein Musteranschreiben an die Klinik, auf dem Ärztinnen und Ärzte genau angeben können, warum das Vorgehen der Klinik unzulässig ist und sie der Klinik keine weiteren Unterlagen zur Verfügung stellen“, sagt KVNO-Chef Dr. med. Peter Potthoff. „Wir bitten unsere Mitglieder, auch uns dieses Schreiben im Anschluss zur Verfügung zu stellen, damit wir Art und Umfang des Problems genauer bestimmen können. Dazu haben wir extra eine Faxnummer und E-Mail-Adresse eingerichtet.“

Unsere Mitglieder bitten wir, uns uns dieses Schreiben im Anschluss per Fax oder E-Mail als Kopie zur Verfügung zu stellen, damit wir Art und Umfang des Problems genauer bestimmen können. Wir bitten um Verständnis, dass wir individuelle Fragen zunächst sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt beantworten werden.
Fax: 0211 5970 9973
E-Mail

Das Foto zeigt einen Flur im Krankenhaus

Nach dem Ausstellen einer Krankenhaus- Einweisung müssen Verträgsärzte einige Anforderungen des Krankenhauses ablehnen.

Leistungen der stationären Behandlung

Die Krankenhausbehandlung umfasst nicht nur die stationäre ärztliche Behandlung. Sie beinhaltet Krankenpflege, Unterkunft und Verpflegung, aber auch die Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln und die ambulante Behandlung im Rahmen der vor- und nachstationären Behandlung.

Nach dem Ausstellen einer Krankenhaus-Einweisung haben Verträgsärzte folgende Anforderungen des Krankenhauses (für die Zeit der stationären bzw. der vor- und nachstationären Behandlung) abzulehnen:

  • Anforderung weiterer Einweisungsscheine
    Mit der vorliegenden Einweisung hat das Krankenhaus alle Möglichkeiten, die Notwendigkeit einer stationären Behandlung abzuklären.
  • Verordnungen von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln
  • Mehr zum Thema Entlassmedikation
  • Anforderungen weiterer Untersuchungen
    (zum Beispiel zur Erstellung von Röntgenbildern oder Blutbildern), die innerhalb der vorstationären Behandlung vom Krankenhaus vorzunehmen sind; bereits vorhandene Behandlungsunterlagen sind dem Patient zur Verfügung zu stellen.

Vor- und nachstationäre Behandlung durch Vertragsärzte

Krankenhäuser können die vor- und nachstationäre Behandlung durch einen hierzu ausdrücklich beauftragten Vertragsarzt und in der Arztpraxis erbringen lassen. Grundlage hierfür ist eine Vereinbarung zwischen Krankenhaus und Vertragsarzt.

Die Grafik zeight die Behandlungsmöglichkeiten im Krankenhaus
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Behandlungsmöglichkeiten im Krankenhaus

Der Arzt handelt hierbei im Auftrag des Krankenhauses und erhält auch von dort die Vergütung, welche in angemessener Höhe vereinbart sein muss, damit kein Verdacht einer verbotenen Einweisung gegen Entgelt aufkommen kann. Im Zweifel können Praxen entsprechende Verträge der KV Nordrhein zur Begutachtung vorlegen.

Ambulante Behandlungen, die nicht im Rahmen einer stationären Versorgung bzw. außerhalb der vor- und nachstationären Behandlung erforderlich sind, bedürfen einer Überweisung. Die Entscheidung hierüber treffen Sie als Vertragsarzt nach medizinischen Gesichtspunkten.

Voraussetzung ist, dass Krankenhaus bzw. Krankenhausarzt eine Ermächtigung für die an sie überwiesenen Leistungen haben und der überweisende Vertragsarzt zu der (Fach-)Arztgruppe gehört, die zur Überweisung berechtigt ist. Sofern eine Ermächtigung bei einem Arzt vorliegt, finden Sie die Informationen über den Umfang in unserer Arzt- und Psychotherapeutensuche unter dem Punkt „Erläuterungen“.

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