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Hausärzte-Strukturvertrag mit der AOK verbessert

29.03.2016 Honorar, KVNO aktuell, Verträge

Der Hausärzte-Strukturvertrag zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und der KV Nordrhein ist zum 1. April 2016 finanziell aufgewertet worden. Darüber hinaus haben die Vertragspartner den bürokratischen Aufwand für Ärzte reduziert.

Die diagnoseabhängigen Betreuungspauschalen, die Hausärzte über den Vertrag abrechnen können, waren bis zum Ende des ersten Quartals 2016 auf 7,50 Euro pro Behandlungsfall und Quartal begrenzt. Das ändert sich ab 1. April 2016. Die Betreuungspauschalen sind folglich unbegrenzt abrechenbar – unter Beachtung der vereinbarten Voraussetzungen. Darauf haben sich die AOK und die KV Nordrhein verständigt. Mit der Änderung soll der erhöhte Aufwand, den Hausärzte bei der Betreuung multimorbider Patienten haben, besser abgebildet werden.

Beispiel: Ein Hausarzt codiert folgende gesicherte Diagnosen: E89.0 G, I20.8 G, F45.40 G, C77.0 G, L40.0 G. Im Rahmen der automatisierten Abrechnung setzt die KV Nordrhein dreimal die Symbolnummer 91320 und zweimal die Symbolnummer 91321 zu. Der Hausarzt erhält somit 12,60 Euro zusätzlich für den Behandlungsfall.

Neu: kontaktabhängige Aufwandspauschale

Das Bild zeigt Arzt und Patient im Gespräch. Foto: Monkey Business, Fotolia

Hausärzte erhalten im Hausärzte Strukturvertrag mit der AOK Rheinland/Hamburg seit 1. April höhere Pauschalen für die Behandlung von Patienten (Foto: Monkey Business - Fotolia.com).

Doch das ist nicht die einzige Verbesserung des Vertrages. Ab April existiert eine neue Vergütungsposition, die einmalige kontaktabhängige Aufwandspauschale. Die KV Nordrhein zahlt fünf Euro pro Patient aus, wenn bei diesem erstmalig eine gesicherte Diagnose aus einer der insgesamt 67 Indikationsgruppen codiert wird. Die Prüfung erfolgt über die vier zuletzt abgerechneten Quartale. Praxen erhalten die Vergütung extrabudgetär; die Symbolnummer 91319 setzt die KV Nordrhein automatisch zu. Damit soll der Mehraufwand der Ärzte bei der Diagnosestellung neuer Krankheiten vergütet werden.

Angepasst wurde auch die Anlage 2 des Vertrags, die Übersicht mit den Indikationen und Diagnosen. Insgesamt ist der Katalog um insgesamt 81 Diagnosen erweitert worden: 267 Diagnosen wurden neu aufgenommen, 186 Diagnosen gestrichen.

Teilnahmeerklärung entfällt

Eine Verbesserung gibt es auch bei der Bürokratie: Wie berichtet, müssen AOK-Versicherte seit 1. April 2016 ihre Teilnahme nicht mehr schriftlich bestätigen – dies gilt zumindest vorübergehend.Allerdings müssen Hausärzte ihre Patienten weiterhin über den Vertrag und seinen Inhalt informieren.

Diese Nachbesserungen dürften den Vertrag für Ärzte deutlich attraktiver machen. Zurzeit nehmen rund 2.500 Hausärzte an diesem Strukturvertrag teil. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung weiter zu stärken.

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