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Ratgeber Gesundheit: Gute Sicht mit gesunden Augen

10.03.2016 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Der Saal im Haus der Ärzteschaft reichte gerade so aus für die vielen Zuhörer, die zur Ratgeberveranstaltung der KV Nordrhein und der Rheinischen Post zum Thema „Gute Sicht mit gesunden Augen“ gekommen waren. Gut 200 Gäste hörten am 3. Februar den Experten zu, die sich mit Grünem und Grauem Star, mit der altersbedingten Makuladegeneration und den Schäden, die der Diabetes mellitus den Augen zufügen kann, befassten.

Wenn der klare Blick trüb wird, kann das verschiedene Ursachen haben. Viele der heimtückischen Krankheiten, die dahinterstecken, entwickeln sich oft unbemerkt über Jahre hinweg. Dazu zählt beispielsweise das Glaukom, auch Grüner Star genannt. „Wenn wir es früh erkennen, kann der Druck im Augapfel gesenkt werden. So können wir die Zerstörung der Sehzellen aufhalten“, sagte Privatdozent Dr. Thomas Laube, Augenarzt in Düsseldorf und einer der Referenten des Abends. Er machte dem Publikum deutlich, wie fatal sich der steigende Augendruck auf Dauer auf das Gesichtsfeld auswirken könne, wenn er nicht mithilfe von Medikamenten oder durch Operationen gesenkt werde.

Das Bild zeigt eine Frau bei einer Augenuntersuchung.

Die Messung des Augeninnendrucks ist wichtig: je höher der Druck, umso höher das Risiko eines Glaukoms.

Linsenkapsel mit dem Laser öffnen

Als Experte für Operationen beim Grauen Star stellte Laube außerdem aktuelle Methoden der Behandlung wie den Eingriff durch einen Laser vor. So hilft nach seinen Worten ein sogenannter Femtosekunden-Laser, der ultrakurze Lichtpulse in kleinen Strecken aussendet, bei der Öffnung der Linsenkapsel. Der Femtosekunden-Laser werde zuweilen auch zur Unterstützung bei der Auflösung des Kerns hinzugezogen. Laube erklärte: „Er schont das Gewebe, weil dadurch bis zu 90 Prozent weniger Ultraschall auf das Auge einwirkt. Außerdem gibt es nach der Operation eine geringere Hornhautverkrümmung.“ Der Einsatz dieses Lasers ist derzeit allerdings keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Vorsorge vor Netzhautschäden, die sich als Folge des Diabetes mellitus entwickeln können, war das große Thema für Privatdozent Dr. Klaus Lemmen. „Viele Diabetiker kommen erst, wenn ihre Sehkraft schon eingeschränkt ist“, erklärte Lemmen und plädierte für regelmäßige Kontrolltermine. Der Ophthalmologe zeigte Bilder diabetischer Netzhautschäden und erläuterte Behandlungsmethoden wie Laser oder Spritzen. Letztere werden auch bei der aggressiveren feuchten Variante der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) angewendet, einer Netzhauterkrankung, die laut dem Berufsverband der Augenärzte die häufigste Ursache für Erblindung in Deutschland ist.

Vor allem die trockene Variante bereitet noch Kopfzerbrechen, weil es bisher keine wirksame Behandlung gibt. Lemmen verwies die Betroffenen in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung, die sie durch den gemeinnützigen Verein AMD-Netz (www.amd-netz.de) erhalten können.

Natascha Plankermann

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