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Disease-Management-Programme (DMP): Hoher Nutzen bei chronisch kranken Patienten

16.01.2015 DMP, Pressemitteilungen

Immer mehr Menschen leiden an einer chronischen Krankheit. Ein aktueller Bericht zu rund 818.000 Patienten, die in Nordrhein an diesen sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP) teilnehmen, zeigt: Patienten und Ärzte profitieren von dieser Versorgungsform. Denn die strukturierten Behandlungsprogramme tragen dazu bei, die Selbstmanagementfähigkeit des Patienten zu stärken, eine leitliniengerechte Therapie zu fördern, die Zusammenarbeit der medizinischen Versorgungsebenen zu stärken und notfallmäßige stationäre Behandlungen zu vermeiden.

Bislang sind Behandlungsprogramme für Asthma bronchiale, die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Diabetes mellitus und Koronare Herzerkrankung sowie für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, flächendeckend etabliert worden. Zwischen 23 (beim DMP Asthma bronchiale) und 90 Prozent (bei Diabetes mellitus Typ 1) der von den jeweiligen Erkrankungen betroffenen Versicherten haben sich in Nordrhein in ein DMP eingeschrieben – weitere DMP sind in Planung.

Der Nutzen der DMP wird regelmäßig überprüft und dokumentiert. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein, die nordrheinischen Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen haben für den DMP-Bericht 2013 das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) damit beauftragt, die Befunddaten zu den DMP-Patienten wissenschaftlich aufzuarbeiten. Der neue DMP-Bericht dokumentiert, inwieweit die Ziele dieser Programme erreicht worden sind – zum Beispiel eine geringere Zahl von diabetesbedingten Amputationen, eine bessere Blutzuckereinstellung für Diabetiker, eine bessere Kontrolle des Blutdrucks bei Patienten mit Koronarer Herzerkrankung oder weniger stationäre Notfallaufnahmen wegen Asthmaanfällen.

Strukturiert behandeln: Je länger, desto besser

Ein zentrales Ergebnis des Berichts lautet: Je länger die Patienten in den Programmen verbleiben, desto eher werden die Ziele der Programme erreicht. Beispiel DMP COPD: Da das Beibehalten von Tabakkonsum die Prognose erheblich verschlechtert, ist das Nichtrauchen ein zentrales Qualitätsziel innerhalb des Programmes. Tatsächlich verzichtet etwa ein Viertel der Patienten, die zu Beginn ihrer DMP-Teilnahme noch geraucht haben, innerhalb von drei Jahren auf Tabak.

Beispiel DMP Diabetes mellitus Typ 2: Der Bericht zeigt, dass das Risiko einer diabetesbedingten Amputation oder weiterer Folgekomplikationen des Diabetes im Laufe der strukturierten Behandlung erheblich gesunken ist. Eine Untersuchung der Häufigkeit von Amputationen, einer Dialyse oder einer Erblindung unter 10.000 DMP-Patienten belegt dies: Bei Patienten, bei denen bereits eine leichte diabetische Folgekomplikation der Nerven, Augen oder Nieren vorlag, ging die Häufigkeit einer Amputation von 292 auf 59 Fälle, die einer Dialyse von 98 auf 53 und die einer Erblindung von 100 auf 15 Fälle zurück.

Bemerkenswert im Bericht sind auch regionale Besonderheiten, die auf den Einfluss der Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung zurückzuführen sind. So lassen sich bei der Betrachtung der mittleren Fahrzeiten von Patienten zwischen Haus- und Facharztpraxen, die am DMP Asthma bronchiale beteiligt sind, deutliche Differenzen feststellen, da es eben nicht überall gleich viele Fachärzte gibt. Durchschnittlich müssen Asthma-Patienten in Nordrhein sieben Minuten Fahrzeit von der Haus- zur nächsten pneumologischen Facharztpraxis einplanen – in Düsseldorf und Köln sind es zwei bis drei Minuten weniger, im Oberbergischen Kreis vier Minuten mehr.



Gemeinsame Pressemitteilung

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