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Nordrheinische Vergütungsvereinbarung für 2015: 3,2 Prozent mehr Honorar

17.08.2015 Honorar, KVNO aktuell

Die Vergütung für die ambulante medizinische Versorgung im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung in Nordrhein steigt 2015 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 93 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent. Auf diese Erhöhung haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die Krankenkassen nach langwierigen Verhandlungen geeinigt. Alle bisherigen Regelungen über Einzelleistungsvergütungen und alle Sonderverträge laufen weiter. Auch die Zuschläge für den AOP-Vertrag und den Zentrumsvertrag gibt es 2015 weiter.

Ein großer Teil der Steigerung entfällt auf die Bundesvorgaben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband hatten unter anderem die Anhebung des Orientierungswertes und damit der Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen um 1,4 Prozent vereinbart. Doch das Ergebnis muss in den regionalen Vereinbarungen bestätigt werden. Der Orientierungspunktwert liegt auch in Nordrhein bei 10,2718 Cent.

Nachzahlung für das erste Quartal 2015

Der höhere Orientierungspunktwert wird ab dem zweiten Quartal in der Abrechnung berücksichtigt. Die Neuberechnung und die daraus folgende Nachvergütung des ersten Quartals erfolgt zeitnah, sie wird in der Abrechnung für das zweite Quartal dieses Jahres berücksichtigt. Dies betrifft besonders Einzelleistungen, freie und kontingentierte Leistungen.

Ebenfalls auf Bundesebene fixiert wurde die Förderung von Grundleistungen und Strukturen der haus- und fachärztlichen Versorgung. Dieses Geld fließt jeweils zur Hälfte in die haus- und in die fachärztliche Versorgung.

Förderungswürdige Leistungen

Bei den Fachärzten wird die Förderung als Zuschlag zur Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) ausgezahlt (wir berichteten). Die Förderung der hausärztlichen Versorgung fließt vor allem in die Vergütung von Leistungen besonders qualifizierter Medizinischer Fachangestellten, zum Beispiel die Entlastenden Versorgungsassistentinnen (EVA).

Die Honorarvereinbarung in Nordrhein sieht darüber hinaus weitere 4,6 Millionen Euro für zusätzliche förderungswürdige Leistungen vor. Darunter fällt die Förderung von Ärztenetzen und von besonderen fachärztlichen Leistungen. Die Regelungen zur Verteilung dieser Gelder sind im Detail noch nicht getroffen. Die extrabudgetäre Gesamtvergütung steigt um 9,6 Millionen Euro aufgrund der Anhebung des Orientierungspunktwertes. Zur Vereinbarung gehört auch, dass die Kassen die bisherigen förderungswürdigen Leistungen bis Ende 2016 als Bestandteil der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlen.

Ab 2017 soll dieser Bereich in die Konvergenz-Regelung überführt werden. Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sieht vor, dass Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen regional eine einmalige Erhöhung vereinbaren können, wodurch die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung dauerhaft steigen würde. So sollen Unterschiede in den Gesamtvergütungen abgebaut werden. Da die Ärzte und Psychotherapeuten in NRW weniger für die ambulante medizinische Versorgung erhalten als in den meisten anderen Regionen, tritt die KV Nordrhein seit Jahren für eine Anpassung der Gesamtvergütung ein.

Frank Naundorf

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